Du willst die Street Art von Berlin auf eigene Faust entdecken? Das ist kein Problem, du musst nur wissen, wo du anfangen musst. Ich persönlich bin ein großer Fan von Street Art, und Berlin ist eine der besten Städte der Welt, um Street Art in Action zu erleben.
Man findet sich fast überall: von riesengroßen Murals auf Brandmauern zu aufgeklebten Plakaten oder gemalten Stencils. Deshalb habe ich für euch eine Karte zusammengestellt, damit ihr die besten Orte selbst erkunden könnt (ganz unten erkläre ich dann, welche Verkehrsmittel ihr nehmen müsst, um die Punkte miteinander zu verbinden).
Inhalt
- 1 Berlin Street Art Tour Karte
- 2 Urban Nation
- 3 Skalitzer Straße/Kreuzberger Street Art
- 4 RAW-Gelände
- 5 Rigaer Straße
- 6 Haus Schwarzenberg am Hackeschen Markt
- 7 East Side Gallery
- 8 Ehrenwerte Nennung von vereinzelten großen Kunstwerken in der Stadt
- 9 Das Berliner Street Art Festival: Berlin Mural Fest
- 10 So kannst du deinen Berlin Street Art Rundgang selbst organisieren
- 11 Empfehlenswerte Berlin Street Art Touren
- 12 Jetzt merken auf Pinterest!
- 13 Das könnte dich auch interessieren
Berlin Street Art Tour Karte
Die folgenden Orte in Berlin sind besonders reich an Street Art. Sie sind nicht die einzigen Orte, wo man tolle Kunst sehen kann, aber meiner Meinung nach die besten. Ich suche sie immer wieder gern auf, denn Street Art hat glücklicherweise die Neigung, sich immer wieder neu zu erfinden und uns immer wieder zu überraschen.
Mal frech und verrückt, mal nachdenklich machend oder verzaubernd – diese öffentlichen Kunstflächen sind ein Muss für jeden Berlinbesucher!
Stand: November 2018

Urban Nation ist ein Berliner Museum, das in seiner kostenlosen Ausstellung angesagte junge Künstler und auch Street Artists zeigt.
Urban Nation
Urban Nation ist ein relativ neues Street-Art-Museum in Berlin, das dem ganzen Genre Street Art einen angemessenen Rahmen gibt. Hier werden verschiedene Künstler und Strömungen vorgestellt. Man erhält Einblick in die unterschiedlichen Techniken und Themen.
Dabei trifft es das Wort Street Art eigentlich nicht so ganz, schließlich heißt das Museum ja auch Urban Nation. Es geht um den etwas weiter gefassten Begriff Urban Art. Eine Kunstgalerie also mit einer großen Auswahl junger, kreativer und angesagter Künstler. Übrigens ist auch die Fassade des Museums bemalt, ebenso wie viele der Häuser in der Bülowstraße, wo sich das Museum befindet. .
Skalitzer Straße/Kreuzberger Street Art
Die Skalitzer Straße ist Heimat einiger sehr bekannter Murals in Berlin, besonders auf Höhe der Warschauer Brücke. Von der Brücke kommend, halte die Augen auf nach dem riesigen Gesicht aus nackten Körpern namens Pink Man oder Leviathan vom italienischen Künstler Blu. Wenige Schritte weiter siehst du zwei Skelette des griechischen Künstlers Insane51, die man am besten mit diesen altmodischen 3D-Brillen betrachtet.

Das von Insane51 geschaffene zweiteilige Mural kann man für einen extra 3D-Effekt mit einer zweifarbigen Brille betrachten.
Nicht zu vergessen ist natürlich eines der bekanntesten Murals in Kreuzberg überhaupt, der Cosmonaut von Victor Ash. Das 2007 entstandene Wandbild zeigt einen schwerelosen Raumfahrer in täuschend echter Schwarz-Weiß-Optik.
Rundherum und auch an vielen verschiedenen anderen Orten sieht man die kryptischen Riesenbuchstaben der Künstlergruppe Überfresh. Diese vertikal über große Brandmauerflächen aufgesprühten Buchstaben sind freilich nicht legal angebracht und haben die hartnäckige Eigenschaft, bei Entfernung schon nach wenigen Tagen wieder zu erscheinen. Die Kunst liegt hier wohl weniger in der Art der Gestaltung als vielmehr in der Schwierigkeit der Anbringung: Die Künstler müssen sich hierbei vom Dach des Gebäudes abseilen.

Die Werke von Überfresh Berlin findet man an vielen Orten in Berlin. Hier geht es vor allem um die Technik, d.h. das Abseilen von den Dächern der anvisierten Häuser.
RAW-Gelände
Das RAW-Gelände in Friedrichshain ist momentan Berlins angesagteste Partymeile, aber auch hier droht wie so oft der Abrisshammer. Das Gelände am Ende der Revaler Straße ist das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk, heute größtenteils verfallen und nur noch eine Ansammlung aus lose stehenden Backsteinfassaden, aufgeplatztem Asphalt und halb herausgerissenen Schienen.

Die Street Art auf dem RAW-Gerlände wird ständig überarbeitet. Wie lange es noch dieses industrielle Brachgelände geben wird, steht momentan in den Sternen.
Doch in diesem Umfeld haben sich einige Nachtclubs, Imbisse, Ateliers, Antiquitätengeschäfte und Indoor-Sportarenen breit gemacht, was das RAW-Gelände mittlerweile salonfähig macht. Und drumherum gibt es jede Menge Street Art zu bestaunen. Immer wieder anders, immer wieder schön bunt. Wie lange noch, das weiß keiner so recht, aber es wird nicht mehr lange dauern, bis hier was passiert.
Rigaer Straße
Die Rigaer Straße kommt selten in einem der Street-Art-Guides vor, trotzdem möchte ich sie nicht unerwähnt lassen. Dies ist keine Street-Art-Location im klassischen Sinn; hier geht es nicht darum, irgendwelche Touristen mit schönen Bildern zu unterhalten. Vielmehr ist die Rigaer Straße einer der letzten Bastionen der radikal linken Szene von Berlin, und diese haben ihre besetzten Häuser farbenprächtig und ausdrucksstark verschönert.
Die Rigaer Straße ist also kein Ort, wo man mit der Kamera bewaffnet Bilder von bunten Häusern machen sollte. Wer sich aber für besetzte Häuser und bunten Protest interessiert, der wird ein sehr unkonventionelles Straßenbild vorfinden.

Der Innenhof von Haus Schwarzenberg ist ein von der Stadt gefördertes Kulturprojekt, wo immer wieder neue Künstler ihre Meinung zum Ausdruck bringen.
Haus Schwarzenberg am Hackeschen Markt
Das Haus Schwarzenberg und der dazu gehörige Innenhof liegt direkt neben den berühmten Hackeschen Höfen. Viele Besucher der Stadt ahnen gar nicht, dass sich nur einen Hof weiter hinter der schmucken Jugendstilfassade der Hackeschen Höfe solch ein Street-Art-Schmankerl verbirgt. Der Innenhof am Haus Schwarzenberg wird immer wieder umgestaltet und es lohnt, bis ganz zum Ende durchzulaufen.

Haus Schwarzenbergs Treppenhaus ist über und über mit Stickern beklebt und mit Gekritzelt „verziert“. Im Haus befinden sich Ateliers, Kunstgalerien, Agenturen.
Das einzige Bild, das nicht übermalt wird, ist das Porträt der Anne Frank direkt vor dem Anne-Frank-Zentrum, das der australische Künstler Jimmy C in Großpunktoptik angebracht hat. Das Haus Schwarzenberg befindet sich in der hinteren Ecke des Innenhofs und lohnt ebenfalls mit seinen vielen Stickern und dem bekritzelten Treppenhaus einen Blick.
Das gesamte Ensemble erinnert übrigens stark an die 90er Jahre in Berlin, als nicht nur dieser Innenhof so aussah wie kurz nach dem Krieg, sondern große Teile von Ostberlin. Es gehört heute dem Berliner Senat und ist noch bis mindestens 2025 vor Luxussanierungen geschützt.

Die East Side Gallery wurde direkt nach dem Fall der Mauer von Künstlern aus aller Welt in Angriff genommen. Heute steht sie unter Schutz.
East Side Gallery
Die East Side Gallery zählt zu den bekanntesten Street-Art-Orten in Berlin und sieht Jahr für Jahre Tausende von Besuchern aus aller Welt. Sie ist ein übrig gebliebenes Stück Berliner Mauer, kurz nach der Wände von einer Reihe von internationalen Künstlern als Reaktion auf den politischen Wandel in der Welt verziert.
Nach einigem Hin und Her wurde die East Side Gallery als für schützenswert befunden und ist heute eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Berlin. Die Murals sind teilweise sehr farbenfroh und toll als Hintergrund für ein gutes Foto, aber insgesamt finden sich hier viele politische Messages, die Einblick geben über den Zeitgeist dieser Epoche.

Die Bülowstraße, wo sich auch Urban Nation befindet, ist zu beiden Seiten mit vielen Kunstwerken und Murals angereichert worden.
Ehrenwerte Nennung von vereinzelten großen Kunstwerken in der Stadt
Besucher der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße wird sicherlich das eindrucksvolle Steak Art Mural von Marcus Haas auffallen. Das Bild zeigt ein Stück Fleisch, von dem mit dem Messer eine Scheibe abgeschnitten wird. Es soll an die geteilte Stadt Berlin erinnern.
Ein wenig versteckt, doch dafür umso süßer sind die kleinen Street-Yogi-Figuren des Berliner Künstlers Josef Foos. Die kleinen Drahtfigürchen findet man auf den Straßenschildern in lustigen Posen angebracht und überall auf dem Stadtgebiet verteilt, zum Beispiel auch im Prenzlauer Berg.
Am Görlitzer Platz in der Oranienstraße findet man ein interessantes, wenn auch ein wenig morbides Kunstwerk des Belgiers Roa, der auch in Städten wie London oder Malaga aktiv ist. Seine Kunstwerke zeigen immer kleine Tiere wie Reptilien oder Nager in Schwarz-Weiß und haben oft das Thema Tod im Fokus. Das hier genannte Street-Art-Bild zeigt an einem Bein aufgehängte Wildtiere.
Immer wieder findet man auch in der Stadt, besonders an den S-Bahn-Bögen in Mitte, die Werke von SOBR, einem Künstler aus Frankreich. Seine Bilder zeigen tanzende junge Menschen in einem Regen aus farbenfrohen Konfetti: It’s Time To Dance. Zuletzt gesehen zum Beispiel im Hof des Haus Schwarzenberg oder auf den S-Bahn-Bögen in Nähe des Alexanderplatzes.
Das Berliner Street Art Festival: Berlin Mural Fest
2018 fand in Berlin das erste Street Art Festival statt, in dessen Rahmen 22 zuvor langweilige und graue Wände in farbenfrohe Kunstwerke verwandelt wurden. Street-Art-Künstler aus der ganzen Welt haben an der Aktion teilgenommen. Bleibt zu hoffen, dass Berlin die Chance erkennt und diese sehr öffentliche, sehr gewagte und für die Öffentlichkeit kostenlose Kunstform auch in Zukunft fördern wird. Auf dem Blog rap-n-blues.com sieht man sehr schön, welche entstanden ist.
So kannst du deinen Berlin Street Art Rundgang selbst organisieren
Besorge dir für diese Street Art Führung am besten eine Tageskarte für die Öffentlichen – der Preis beträgt 7 Euro.
- Starte am Hackeschen Markt und besuche zunächst den Hof des Haus Schwarzenberg (vergiss nicht, das Haus selbst zu besichtigen, wenn die Tür auf sein sollte). Die Adresse lautet Rosenthaler Str. 39.
- Dann nimm die U8 bis Gedenkstätte Berliner Mauer, wo du das Steak-Mural auf einer der Brandmauern deutlichen sehen kannst.
- Weiter geht es mit der M10 bis zur Haltestelle S Warschauer Straße, um das RAW-Gelände zu besichtigen.
- Von hier aus sind es nur wenige Meter über die Warschauerbrücke bis zur East Side Gallery. Diese ist eine Tausend Meter lang, gehe so weit, wie du magst und komme dann zurück zum Anfang.
- Überquere dann die Oberbaumbrücke um nach Kreuzberg zu gelangen. An den Häusern in unmittelbarer Nähe zur Brücke wirst du zahlreiche Murals sehen, zum Beispiel das Bild von Blu.
- Gehe weiter und entdecke mehr Street Art entlang der Skalitzer Straße, zum Beispiel von Überfresh, den Kreuzberg Kosmonauten, und das Mural von Roa.
- Steig am Kotbusser Tor in die überirdische U1 oder U3 und fahre weiter zum Museum Urban Nation, Haltestelle Bülowstraße, Bülowstraße 7. Beachte die Murals entlang der Strecke und ganz besonders in der Nachbarschaft des Museums. Besuche zum Abschluss Urban Nation.
Empfehlenswerte Berlin Street Art Touren
Für einen tieferen Einblick in die Geschichte, die Techniken und die Szene empfiehlt sich die Teilnahme an einem geführten Street Art Rundgang, zum Beispiel diese hier (Affiliate-Links):
Berlin: Street Art und Leben in Kreuzberg: 2-stündiger Rundgang mit Einblick in die Punk- und Hausbesetzerszene → .
Berlin Street Art Fahrradtour: 3,5-stündige Fahrradtour auf Deutsch und Englisch →
Sehr beliebte englischsprachige Führung zu den versteckten Street-Art-Werken von Berlin →
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