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Es war ein ausnehmend schöner Wintertag in Potsdam, als wir den ersten der beiden Aussichtstürme des Belvedere in Potsdam bestiegen. Die Luft war rein und klar, die Brise warm, der Himmel blau. Unter uns erstreckte sich ein 360-Grad-Panorama, wie es kaum schöner hätte sein können: nicht nur die Stadt Potsdam lag uns zu Füßen, wir hatten auch noch den Blick frei bis nach Berlin. Dies musste in der Tat die schönste Aussicht in Potsdam sein, und der Wettergott hätte uns an diesem Tag kein schöneres Geschenk machen können.
Das Belvedere auf dem Pfingstberg in Potsdam wurde von König Friedrich Wilhelm III. als Lustschloss konzipiert, aber in seiner ursprünglich geplanten Form nie fertig gestellt.
Vielmehr war es eine Sache, bei der ein Makler aus Sydney seine helle Freude gehabt hätte: Location, Location, Location.
Die Lage des Belvedere in Potsdam war schon immer Fluch und Segen zugleich gewesen. Sie war maßgeblich für die bewegte Geschichte dieses Bauwerks.
Es war die herrliche Lage auf dem Pfingstberg, die das Belvedere überhaupt erst hatte Form annehmen lassen. Der weitschweifende Blick, den die erhöhte Position dem Besucher bescherte.
Es war der preussische König Friedrich Wilhelm III., der den Pfingstberg in Potsdam dazu auserwählt hatte, hier ein Belvedere entstehen zu lassen, das Seinesgleichen suchen sollte. Ein Lustschlösschen für den Sommer, das zahlreiche Möglichkeiten zum Lustwandeln böte.
Diese Arbeitsgemeinschaft wurde nach der Wende in den Förderverein Pfingstberg in Potsdam e.V. umgewandelt und betreibt das Belvedere auch heute noch. In mühevoller Kleinarbeit haben sie nicht nur den Gebäudekomplex und die Gartenanlagen erhalten können. Sie haben auch minutiös rekonstruiert, was noch zu rekonstruieren war.
Nun standen wir also auf einem der beiden Türme, die eigentlich schon gar nicht mehr hätten sein dürfen, hätten sich die Potsdamer nicht für den Erhalt stark gemacht. Wo heute eine speziell angefertigte Wendeltreppe aufs Dach führte, war von einigen Jahren noch ein gähnendes Loch gewesen. Regenwasser hatte die schönen Wandmalereien im Raum darunter stark beschädigt. Vandalen hatten die mit Gold bemalten Fliesen des Maurenzimmers von den Wänden geschlagen.
Was du noch wissen solltest
Das Belvedere auf dem Pfingstberg und der Pomonotempel gehören heute der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und wird vom Förderverein Pfingstberg in Preußen e.V. betrieben. Der Artikel fußt auf meinen persönlichen Erfahrungen, die ich auf Einladung erlangen durfte. Leider sind die Türme normalerweise in der Winterzeit nicht öffentlich zugänglich.
Wenn du mit dem Gedanken spielst, auch einmal das Belvedere zu besichtigen, nimm die Straßenbahn 92 oder 96 vom Potsdamer Hauptbahnhof oder Innenstadt in Richtung Kirschallee bis Puschkinallee oder Am Schragen. Gut kombinieren lässt sich der Besuch mit einem Spaziergang durch das Holländische Viertel oder dem Besuch der Russischen Kolonie Alexandrowka samt Russisch-Orthodoxer Kirche. Weitere Infos zum Belvedere hier.
Auch 2019 nimmt das Belvedere wieder an der Potsdamer “Mondnacht” teil. Die Leser von Mini Globetrotter erhalten ein Glas Wein am Stand des Fördervereins gratis, wenn sie einem der Mitglieder des Fördervereins das Losungswort “LaLeLu19” nennen. Der Eintritt beträgt EUR 4,50.
Jetzt auf Pinterest für später merken:Silke ElznerHallo! Silke hier, Reisebloggerin aus Berlin. Knapp 15 Jahre lebte ich in Australien und Spanien, habe schon einiges von der Welt gesehen. Ich stehe total auf Wombats, G&T und Altstadtgassen (nicht unbedingt in der Reihenfolge). Jetzt keinen Post mehr verpassen: Hier geht's zur Anmeldung zum Newsletter. Ich blogge auch auf Englisch unter HappinessAndThings.com!