Blog

sydney

Wie lebt es sich eigentlich mit Kindern in Sydney?

  |   Auswanderung nach Spanien   |   No comment

Wir sind ja jetzt schon seit einigen Wochen mit unserem deutschen Blog dabei. Da haben wir uns gedacht, wir erzählen euch mal ein wenig davon, wie es sich so in Sydney mit Kindern eigentlich lebt. Was macht die durchschnittliche Familie hier so den ganzen Tag? Und was passiert so am Wochenende? Sicherlich alles Strand und Sonnenschein?

Nun ja, nicht ganz. Aber es gibt natürlich schon Gründe, warum wir damals nach Australien gegangen und hier sozusagen hängengeblieben sind.

Unser Leben in Sydney

Wir leben derzeit in einem Vorort an den Northern Beaches von Sydney. Das hat den Vorteil, dass es bis zum Strand nicht besonders weit ist. Der große Nachteil ist aber die Verkehrsanbindung in die Innenstadt. Der Bus benötigt ca. 50 Minuten bis in die Stadt. Auch wenn wir den Trip nicht täglich machen müssen, sehen wir, wie viele unserer Nachbarn sich morgens brav in der Busschlange anstellen.

Mit dem Auto fahren nur wenige zur Arbeit, wenn sie in der Stadt arbeiten. Denn abgesehen mal davon, dass die vielen Wasserwege und das zerklüftete Gelände nicht viele Straßen zulässt, ist das Parken in der Innenstadt auch horrend teuer. Man steht also mit dem Auto nicht nur lange im Stau und bezahlt eine Maut, um über die Sydney Harbour Bridge zu kommen, sondern muss auch noch exorbitant viel für einen Parkplatz hinlegen. Wenn man denn überhaupt einen findet. Deshalb fahren fast alle mit dem Bus zu Arbeit.

Unser Vorort ist relativ klein. Wir wohnen in einem kleinen Apartmentblock, doch die meisten Familien um uns herum bewohnen ein Haus. Da die Grundstücke so nah am Meer nicht so groß sind, sind die Gärten für gewöhnlich recht übersichtlich. Wir bezahlen derzeit Miete, und das über $4,000 im Monat! Dafür haben wir eine große Wohnung, die sogar Meerblick hat und nicht komplett um uns herum auseinanderfällt. Man kann natürlich noch billiger mieten, aber generell sind die Immobilienpreise in Sydney derzeit schwindelerregend hoch.

Unser Vorort hat alles, was man so für das alltägliche Leben braucht, u.a. eine Post, eine Apotheke, einen kleinen Supermarkt, Restaurants und eine Kneipe. Glanzstück ist natürlich aber der Strand, der komplett ausgestattet ist mit Park, Spielplatz, Duschen, Toiletten und einem kostenlosen Freibad zum Schwimmen.

Der Alltag der Mini Globetrotter

Morgens geht es schon recht früh los. Normalerweise beginnt ein australischer Arbeitstag eher gemächlich, aber da Volker sich den schlimmsten Morgenverkehr sparen möchte, versucht er den dicksten Staus zuvorzukommen. Immerhin arbeitet er nicht in der Stadt, sondern auf einem Business-Campus mit eigenem Parkplatz. Das ist auch gut so, denn mit dem Bus käme er auch gar nicht zur Arbeit. Busse fahren in Sydney selten “quer”. Meist geht es nur in die Stadt, und von dort muss man dann gegebenenfalls wieder in andere Richtung weiterfahren.

Der Schultag für die Kurzen beginnt um 8.45h. Da sie auf eine Privatschule gehen, liegen die Dinge ein bisschen anders als bei dem Großteil der australischen Schülerschaft. Privatschulen dürfen manche Dinge selbst bestimmen. So tragen die Mini Globetrotter zum Beispiel keine Schuluniform.

Unsere Kinder zählen zu den ca. 30% der Australier, die eine Privatschule besuchen. Dabei ist das öffentliche Schulsystem gar nicht so schlecht. Ganz so wie in Deutschland ist es ein wenig davon abhängig, wo man wohnt. Unsere Kinder besuchen eine Privatschule, weil wir ihnen eine internationale Bildung ermöglichen wollen.

Der Schultag geht überall in Australien bis 15.15h. Dann steigt der Verkehr katastrophal an, denn die meisten Kinder werden mit dem Auto abgeholt, selbst, wenn die Schule im selben Vorort liegt. Hier laufen Kinder eigentlich nie allein herum, es ist immer ein Erwachsener dabei. Warum das so ist, ist uns auch nicht so richtig klar. Aber die Unachtsamkeit von Autofahrern ist sicherlich mit Schuld an diesem Trend des Helikopter-Parenting.

Während die Kinder in der Schule sind, ist Silke mit Schreiben und Haushalt beschäftigt. Früher einmal, da fuhr sie jeden Tag ins Büro. Das bedeutete, dass die Kinder nach der Schule noch in die Nachmittagsbetreuung mussten. So ein Schultag war dann also erst um 18h zu Ende.

Glücklicherweise sind die Kinder auch nicht mehr im Kinderhort, denn die tägliche Betreuung dort kostete uns pro Kind ca. $100 am Tag, wobei der australische Staat im Jahr nur $7.500 pro Kind übernimmt. Man zahlt also über das Jahr verteilt über 40% aus eigener Tasche. Da überlegen sich viele Frauen in Australien, ob sie denn eigentlich arbeiten gehen sollen.

Kindergeld gibt es nicht in Australien. Bezahlte Elternzeit auch nicht so wie in Deutschland. Man kann nach der Geburt ein Jahr zuhause bleiben, aber die Zahlungen hören bereits nach einigen Wochen auf. Früher bekamen wir einen Babybonus bei der Geburt, dieser wurde nun aber durch die Weiterzahlung des Einkommens für ein paar Wochen ersetzt.

Kosten, Kosten, Kosten…

Wie ihr also vielleicht jetzt schon erahnen könnt, Australien ist kein billiges Land, und in Sydney mit Kindern zu leben ist nicht einfach. Mieten sind teuer, Kinder sind teuer, Zuschüsse bei Kindern und für die medizinische Betreuung durch den Staat halten sich in Grenzen.

Viele Dinge hier sind teurer als in Deutschland, ganz einfach, weil Australien ein kleiner Markt ist und häufig wenig Konkurrenz herrscht.

Erst als Aldi zum Beispiel in den australischen Markt eindrang vor ca. 15 Jahren fielen die Lebensmittelpreise. Banken streichen immer noch gern jede Menge Gebühren ein. Flatline-Internet ist schwierig zu bekommen. Game of Thrones gibt es nur im Bezahlfernsehen. Importierte Markenkleidung ist richtig teuer.

Der Hammer: Der durchschnittliche Preis für ein Haus in Sydney liegt derzeit bei $1.000.000.

(Anzeige) Wer noch ein Einkommen aus Deutschland bezieht, sollte unbedingt darauf achten, dass er gut und vor allem günstig an sein Geld ran kommt. Bei vielen deutschen Banken ist es nicht unüblich, dass hohe Gebühren für Bargeldabhebungen verlangt werden, und wenn man sein Hauptwohnsitz ins Ausland versetzt, kann es richtig schwer sein überhaupt noch ein deutsches Konto zu behalten: Viele deutsche Banken setzen auch einen deutschen Wohnsitz voraus! Es gibt aber auch richtig gute Ausnahmen – zum Beispiel die auf dieser Seite gelisteten Angebote, bei denen man auch als im Ausland gemeldeter Deutscher ein kostenfreies deutsches Konto bekommt, mit dem man auch im Ausland kostenfrei Geld abheben kann.

Warum also bleiben die Leute hier?

Und warum scheinen Australier trotzdem so relaxt und so glücklich?

Nun, es liegt ganz sicherlich daran, dass der Lifestyle hier zu beneiden ist. Mal eben vor der Arbeit mit dem Kanu raus und die Delfine sehen – priceless. Joggen am Abend auf der Strandpromenade, Wanderungen am Wochenende in unberührter Natur, Weihnachtsfeiern mit den Kollegen auf Luxusjachten auf dem Hafen… Die Sydneysider wissen, wie man das beste aus der tollen Lage und dem tollen Wetter macht.

Wenn man weiß, dass man nicht nur arbeitet um Geld und Urlaubstage für den nächsten Trip anzusparen, dann fällt eine unglaubliche Last von einem ab. Die schönste Zeit des Jahres muss nicht mehr perfekt sein. Kleine Dinge, die einen vorübergehend im Urlaub ärgern, sind auf einmal gar nicht mehr so wichtig. Bei so vielen Sonnenstunden im Jahr ist es egal, wenn es mal regnet. Wenn der Strand vor der Tür ist, bleibt auf einmal Zeit, im Urlaub auch andere Dinge zu entdecken.

Statt das ganze Jahr über zu schuften für einen Urlaub, den man dann auf Facebook teilen kann, teilen die Sydneysider ihre Urlaubserlebnisse das ganze Jahr lang.

Auch wenn die Spinnen hier groß sind, die Busse unpünktlich, die Produkte teuer – wenn man abends nach der Arbeit noch einmal in die Wellen springen kann, dann vergisst man diese alltäglichen Lappalien und lebt ganz einfach.

Dies ist unserer Meinung nach der Grund, warum so viele Auswanderer tatsächlich in Australien bleiben. Ja, uns ist bewusst, dass wir grade im Prozess sind, Australien zu verlassen. Aber wir tun es sicherlich mit gemischten Gefühlen. Wir sind auf jeden Fall glücklich, dass wir australische Pässe haben und somit jederzeit wieder zurückkehren können.

Wir werden sehen, was wir aus dem Vergleich mit Spanien lernen.

Mehr zu unserer Auswanderung

AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat.Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa.Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

No Comments

Kommentar verfassen

Abonniere unseren Newsletter!


Tipps, Tricks und Geschichten zu Familienreisen nah und fern. Gewürzt mit tollen Bildern und gespickt mit vielen eigenen Erfahrungsberichten.

Lass dir die neuesten Artikel wöchentlich per E-Mail zuschicken. Wir versprechen, das bleibt unter uns ;)


Impressum/Datenschutz

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen