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Andalusien

Warum wir mit unserer Familie nach Spanien auswandern

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Auswanderer sind wir schon lange, aber demnächst geht es schon wieder weiter, nach Andalusien. Wir leben schon seit 2004 nicht mehr in Deutschland. Wie es dazu kam, war völlig spontan und ungeplant.

Eigentlich waren wir nämlich drauf und dran gewesen, unser Leben in Deutschland total durchzustarten und ein Familiennest am Stadtrand von Berlin zu bauen. Doch dann verzögerte sich der Kauf unseres Grundstücks, und wir saßen monatelang auf unseren zugegebenermaßen ambitionierten Bauplänen fest.

Lange Geschichte kurz gemacht: unser Haus wurde nie gebaut, das Grundstück gehört jetzt einer anderen Familie, und wir haben in Australien eine neue Heimat gefunden. Doch auch damit ist es nun vorbei. Wir haben uns entschieden: Wir brauchen einen Tapetenwechsel.

Sydney und Australien waren beide gut zu uns. Wir haben hier Karriere gemacht. Kinder bekommen. Wir wurden Staatsbürger. Haben ein Haus gekauft.

Aber es ist kompliziert geworden in diesem Land. Der durchschnittliche Hauspreis in Sydney liegt derzeit bei $1.000.000 AUD, also ca. EUR 700.000. Wer das noch bezahlen soll, ist uns schleierhaft. Noch dazu bezahlt man nicht für die Qualität des Hauses, sondern für die Lage.

Sydney war schon immer teuer, aber in den letzten Jahren ist es noch teurer geworden. Das wurde uns besonders deutlich, als wir dieses Jahr mit hohem Profit unser Haus verkauften, es aber nicht schafften, uns wieder in den Markt einzukaufen. Und Mieten ist in Australien keine echte Option: Man kann ziemlich schnell seinen Vertrag gekündigt bekommen, und dann steht man wieder auf der Straße. Nicht sehr sicher, wenn man zwei Kinder hat.

Die Hinterfragung des Status Quo begann im Urlaub

Fast-Forward ein paar Monate der vergeblichen Haussuche in Sydney: Im Juli 2016 saßen wir auf einem kleinen Marktplatz in Chania, Kreta und genossen ein paar griechische Köstlichkeiten mit unserem einheimischen Tourguide. Das ist das Leben, dachten wir. Sowas bekommt man in Sydney nicht. Die Atmosphäre, die Geschichte, das preiswerte Essen, die freundliche Stimmung, die Kultur. Wir genossen das alles in vollen Zügen.

Da erwähnte der Tourguide, wie günstig es sei, derzeit Wohneigentum auf Kreta zu kaufen. Natürlich besonders, wenn ein Einheimischer die Verhandlungen übernehme. Wir konnten kaum unseren Ohren trauen. So günstig waren die Preise, da hätten wir glatt für unser Lebensende aussteigen können. Ein weiß getünchtes Haus mit Blick aufs Meer, ein paar Olivenbäumchen im Garten, milde bis heiße Temperaturen das ganze Jahr hindurch – es klang wie ein Traum in unseren stressgeplagten und frustrierten Ohren.

Selbst als wir einige Wochen später nach Hause kamen ging uns die Sache nicht mehr aus dem Kopf. Es klang so vieles richtig, aber auch so einiges falsch. Man muss ja bedenken, dass wir Kinder haben. Die kann man nicht einfach so entwurzeln und in eine griechische Schule stecken. Krankenversorgung, Nähe zu Flughäfen, Sprachbarrieren usw – all diese Dinge mussten bedacht werden.

Eine Auswanderung mit Kindern sollte wohl überlegt sein

Aussteigen, schön und gut, aber wir wollten auch nicht wie Einsiedler leben und unseren Kindern alle Zukunftschancen verbauen. Noch dazu hat die griechische Bürokratie nicht den besten Ruf, und Verträge in kyrillischer Schrift konnten wir natürlich auch nicht lesen. Zu viele Unbekannte, zu viele Risiken.

So legten wir die Idee wieder auf Eis. Irgendwann einmal, dachten wir. Wenn die Kinder aus dem Haus sind. Oder so.

Im Oktober besuchten wir Cairns im Norden Australiens. Ein tropisches Urlaubsparadies. In unserem Resort, das wir immer wieder gern aufgesucht haben, standen Wohnungen zum Verkauf. Luxusapartments mit Zugriff auf den Pool und Fitnessstudio im Resort, direkt am Meer gelegen. Traumhaft. Und erstaunlicherweise erschwinglich.

Doch dann wieder der Reality-Check: was würden wir in Cairns machen? Die Stadt ist klein, relativ jung. Viel zu sehen gibt es hier nicht. Tropenwetter und Meer werden sehr schnell langweilig. Die Kinder würden schnell die Optionen ausgehen. Wir würden uns in eine Ecke parken, aus der wir nicht wieder herauskämen. In einem Luxuskäfig, dessen laufende Kosten wir kaum tragen konnten. Also doch keine Option.

Wenigstens lernten wir eine Lektion in Cairns: Es zog uns zurück nach Europa. Wir vermissten die Geschichte, das Essen, den Lifestyle. Die Nähe zu vielen tollen Sehenswürdigkeiten, und natürlich auch zu Freunden und der Familie.

Unsere Auswanderung nach Spanien

Wenige Wochen später war Silke auf einer Pressereise in Indonesien. Beim gemeinschaftlichen Bier am Abend kam das Thema auf die Lebensentscheidungen der anderen Reiseblogger in der Gruppe. Eine Bloggerin, eine Australierin, erzählte, wie sie mit ihrem Partner derzeit in Athen lebte, aber demnächst einen Umzug nach Mexiko plante. Ein anderer Blogger lebte in Mailand mit seiner Frau. Beide hatten allerdings keine Kinder.

Doch der Gedanke setzte sich irgendwie fest. Wir waren schon zu weit gegangen und konnten nicht mehr zurück. Sydney konnte uns nicht mehr geben, was wir wollten. Wir brauchen etwas Neues. Die Frage war nur, wo und wie?

Unser Plan ist es nun, über Freelance-Tätigkeiten ein einigermaßen vernünftiges Einkommen zu erreichen. Silke wird als Reise-Bloggerin zwei Blogs pflegen, diesen und den bereits etablierten englischsprachigen Blog Happiness and Things. Volker wird als Indie-Developer Spiele-Apps für Mobilgeräte entwickeln. Zwei hat er schon veröffentlicht, mit überraschendem Erfolg, und ein weiteres is bereits in der Mache.

Diese kreativen Arbeiten, selbstverantwortlich und flexibel, sind zwar risikobelastet, aber für uns der Traum. Wir hoffen, dadurch mehr Zeit füreinander und für die Kinder zu haben. Mehr Job-Befriedigung zu erfahren und das Gefühl zu bekommen, etwas für uns zu schaffen und nicht für ein gesichtsloses Mulitmillionendollar-Unternehmen, für das wir auswechselbar sind.

Im Juni soll es losgehen. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest, aber im April werden wir bereits hoffentlich einen Mietvertrag unterschreiben, und dann können wir einen viel genaueren Zeitplan aufstellen. Bis dahin muss noch viel geschehen.

Flüge buchen. Jobs werden abgeschlossen. Wir müssen unseren Haushalt auflösen und dann auch einiges verschiffen. Autos verkaufen. Die Lage vor Ort auspeilen. Schulen besuchen und Häuser inspizieren. Der Papierkram muss erledigt werden – wenn man so lange nicht in Europa gewohnt hat, ist das alles gar nicht so einfach.

Auf dem Weg in eine neue Heimat: Andalusien

Unser Ziel: Mâlaga. Oder genauer gesagt, das Umland von Málaga. Wir lieben ganz einfach Spanien, und Andalusien hat sich einen ganz besonderen Platz in unserem Herzen gesichert. Mal abgesehen vom Klima (wie in Sydney, nur umgedreht), gibt es hier das beste Essen, die lebhafteste Atmosphäre, und die schönsten Landschaften.

Wir freuen uns auf Strände und Kirchen, weiße Dörfer und Burgen, Bier mit Tapas, spielende Kinder am Abend auf den Straßen und den rollenden Klang der spanischen Sprache. Spanien ist uns nicht fremd. Wir haben das Gefühl, wir siedeln um in ein neues Zuhause.

Natürlich wird es nicht einfach werden. Die Kinder werden sicherlich Probleme haben entlang des Weges, und wir werden auch mit einigem Ärger zu kämpfen haben. Uns ist das Umziehen nicht fremd. Wir haben das alles schon einmal gemacht. Es war die beste Entscheidung, die wir für uns damals haben treffen können.

Und jetzt freuen wir uns auf den nächsten Abschnitt in unserem Leben. Sollte es nicht klappen, dann gehen wir halt wieder zurück. Oder versuchen einen neuen Standort.

Das Leben ist zu kurz, um nichts zu erleben. Man kann nicht darauf warten, dass irgendwann mal etwas passiert, sondern man muss das Ruder selbst in die Hand nehmen.

Die nächsten Monate werden also spannend, und wir wollen unsere Auswanderer-Erfahrungen in Andalusien mit euch teilen. Seid ihr dabei? Dann hinterlasst eure E-Mail-Adresse im Formular auf der rechten Bildschirmseite!

AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat.Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa.Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

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