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Ballybunion am Wild Atlantic Way

Spannende Geschichten vom Wild Atlantic Way

  |   Irland   |   2 Comments

Irland ist perfekt für Kinder. Hinter jeder Wegbiegung scheint sich ein neues Abenteuer zu verstecken. Diese Abenteuer kommen in Form von magischen Orten. Egal ob Steinkreise oder vorzeitliche Hügelgräber, Feenbäume oder Heilige Quellen – übernatürliche und faszinierende Orte finden sich in Irland überall.

Die Grenzen zwischen Realität und Fantasie gehen in Irland nahtlos ineinander über. Selbst in den alltäglichsten Dingen sehen die Iren magische Wesen und mythologische Gestalten aus der Zeit der Götterdämmerung. Es ist nicht nur die raue und unberührte Landschaft, die verzaubert. Es sind auch die Geschichten, die sich dahinter verstecken.

Deshalb ist es so einfach, Irland mit Kindern zu erkunden. Erkundet die Landschaften gemeinsam auf kurzen Spaziergängen und erforscht dabei die Mythen und Sagen, die hinter den Orten stehen. Zum Beispiel in dem kleinen Badeort Ballybunion im County Kerry, das ich im Auftrag von Fáitle Ireland entdecken durfte.
Klippenwanderung in Ballybunion

Der Wild Atlantic Way bei Ballybunion

Auf ca. 2,500 Kilometer schlängelt sich der Wild Atlantic Way die irische Westküste entlang. Der Name kommt nicht von ungefähr: Die Wellen, die hier mit voller Wucht auf die Steilküste treffen, haben auf ihrem Weg über den Atlantik jede Menge Energie aufgenommen. Dies führt in vielen Abschnitten zu einer dramatischen Zurschaustellung der unglaublichen Kräfte der Natur

Klippen stürzen metertief in den Atlantik, Flocken von Meerschaum wird wie Schnee in die Luft und hoch über den Rand der Klippen geschleudert bis er auf den Spitzen der Gräser oben auf den Kippen zum Erliegen kommt. Meterhohe Wellen brausen mit lauten Donnergebrüll unter erodierte Felsbrücken hindurch, Möwen hängen voll Wagemut an den steilen Hängen. Die Luft ist frisch und würzig, der leichte Geruch nach Seegras hängt wie kostbares Parfüm in der Luft.

Es ist eine Szenerie wie aus dem Bilderbuch, egal ob nun die Sonne schient oder ob es regnet. Letzteres kommt häufiger vor in Irland als man wahrhaben will. Deshalb ist es ratsam, mit einem winddichten Anorak mit Kapuze loszuziehen, auf der Suche nach faszinierenden Geschichten.
Auf dem Weg findet man zahlreiche Möglichkeiten zum Pausieren

Geschichten des Alten Landes

Den Wild Atlantic Way, so erklärte uns unser Reiseführer Danny von EcoTrek Ballybunion, erlebt man am besten in kleinen Häppchen und nicht als ganze Mahlzeit. Dem können wir nur zustimmen. Man muss nicht die gesamten 2,500 Kilometer der Strecke abfahren um zu verstehen, wo die Schönheiten Irlands zu finden sind. Für ein tolles Erlebnis reichen kleine Kostproben, kurze Ausflüge und Spaziergänge entlang der schönsten Strecken.

Das sind natürlich tolle Neuigkeiten für Familien, die mit kleinen Kindern reisen. Danny nahm uns mit auf einen kleinen Rundgang rund um die Klippen von Ballybunion, um uns die wichtigsten Punkte entlang der Strecke zu zeigen. Von ihm erfuhren wir zum Beispiel, dass die Iren glauben, dass die Schaumkronen auf den Wellen in Wahrheit weiße Pferde seien. Mit ein bisschen Fantasie kann man das sogar gut nachvollziehen. Die ganze Geschichte von den Weißen Pferden könnt ihr auf Englisch hier nachlesen.
Schaumflocken auf den Gräsern oben auf den Klippen

Die neun Wikinger und ihre keltischen Frauen

Danny zeigte uns auch ein so genanntes Blowhole, ein Loch auf den Klippen, durch das an manchen Tagen von unten das Wasser des Atlantiks nach oben getrieben wird. An dem Tag, als wir den Wild Atlantic Way besuchten, sahen wir zwar nicht dieses Naturphänomen, aber die Geschichte die sich um dieses Loch rankt, ist nicht weniger interessant.

Das Blowhole ist in der Gegend bekannt als Nine Daughter’s Hole. Die Geschichte dazu beginnt um das Jahr 800, als Wikinger immer wieder über die irischen Stämme entlang der Küste herfielen. Es wird behauptet, dass es in der Gegend einen keltischen Anführer mit neun Töchtern gab. Diese sollten entweder von neuen Wikingerkriegern geraubt werden, oder sie hatten sich in diese Männer verliebt und wollten mit ihnen davonziehen. Um dies zu verhindern, wandte ihr Vater, der Keltenhäuptling, eine List an: Er überzeugte seine Töchter, ihm bei der Suche nach einem wertvollen Halsband zu helfen.

Er behauptete, dass das Halsband irgendwo in der Nähe des Blowholes zu finden sein muss. Als seine neun Töchter nach dem Schmuckstück suchten, schubste er eine nach der anderen in den Abgrund und damit in den sicheren Tod. Dann enthauptete er auch noch die neun Wikinger und stieß auch deren Überreste in den Abgrund. Was für eine grausame Geschichte!
Das Blowhole der Neun Töchter

Schmugglerhöhlen und ein Jungfernfelsen

Der Ausflug entlang der Klippen mit unserem Führer Danny endete an der nächsten Bucht, wo sich ein versteckter Strand befindet, Nun’s Beach. Der Strand ist nur mit dem Boot erreichbar, man kann aber auch an einem Seil die Steilwand hinunter hangeln, sofern man sich traut. Und die Verführung, den Abstieg zu wagen, ist groß. Denn unten am Boden befinden sich zahlreiche Höhlen, die früher einmal Schmugglern Unterschlupf gewährt haben. Das ist bewiesen, denn man fand hier Flaschen und andere Gegenstände, die auf eine Nutzung hinweisen.

Direkt dem Strand vorgelagert ist eine beeindruckende Felsformation, der Virgin Rock. Ein gewaltiger Sandsteinbogen, der bei Ebbe begehbar ist, bei Flut kann man ihn durchschwimmen. Auch dieser Felsen hatte natürlich eine Geschichte.

Der Jungfernfelsen, Virgin Rock, in der Brandung

Das Oberhaupt der O’Conor, die in dieser Gegend mal gelebt haben, hatte einen mutigen Kämpfer namens Seagur, der diesen Felsen als Aussichtspunkt benutzte. Eines Tages entdeckte er von hier aus eine näher kommende Wikingerflotte, die von der Mündung des Shannon aus in seine Richtung segelte. Geschwind kletterte Seagur vom Jungfernfelsen herunter, um sich den Wikingern im Kampf zu stellen. Dabei verlor er ein Auge und einen Arm, und doch kämpfte er tapfer weiter.

Als die Wikinger diesen Kampfesmut sahen, hörten sie auf zu kämpfen. Seagur stieß wütendes Kampfgeschrei aus, um ihnen zu zeigen, dass er noch lange nicht mit ihnen fertig war. Da bekamen es die Wikinger mit der Angst zu tun und kehrten um, und Seagur kehrte zu seinem Aussichtspunkt auf dem Jungfernfelsen zurück.

Mehr Infos zum Klippen-Wanderweg bei Ballybunion

Der Ballybunion Cliff Walk ist ein leichter, einstündiger Weg entlang der Klippen nördlich von Ballybunion. Man kann diesen Weg bequem alleine begehen, oder einen Reiseführer engagieren, der einem hilft, die Hintergründe und Geschichten der verschiedenen Orte besser zu verstehen.

Wenn ihr Danny von EcoTrek Tours als euren Führer auswählt, wird er euch vielleicht sogar auf seiner Flöte vorspielen, ein tolles Erlebnis, das die Kinder nicht so schnell vergessen werden. Im Anschluss könnt ihr im Ort beim Pub McMunns in Ballybunion einkehren und dort einen vorzüglichen Irish Coffee, eine heiße Schokolade und eine warme Mahlzeit genießen.

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AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat. Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa. Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

2 Comments
  • Claire | Okt 19, 2017 at 8:43 pm

    Oh Mann, ich muss da endlich hin. Steht schon lange auf meiner Liste und eure Fotos sind der Wahnsinn! 🙂 Generell ein super Blog – ich werde mir mal Zeit nehmen müssen vor allem die Sachen zu eurem Auswander-Dasein zu lesen. 🙂

    Alles Liebe, Claire

    • miniglobetrotter | Okt 19, 2017 at 9:02 pm

      Hey Claire, Vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Wir haben uns sehr gefreut! 🙂 Wir hoffen, du schaust ab und an mal vorbei… wir sehen uns unterdessen mal deinen Blog genauer an 🙂 LG, Silke

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