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Die weißen Häuser von Frigiliana

Unser Ausflug nach Nerja und Frigiliana mit den Kindern

  |   Europa mit Kindern, Spanien   |   13 Comments

Für ein katholisches Land wie Spanien gibt es erstaunlich wenig Feiertage. Allerheiligen war einer der wenigen Tage, an denen auch in Spanien die Schulen geschlossen wurden. Da mussten wir die Gelegenheit beim Schopfe packen und mit den Kindern ganz einfach mal einen Ausflug unternehmen.

Unser Ziel war die andere Seite der Stadt Málaga. Der beliebte Badeort Nerja und das nicht weit davon entfernt gelegene Frigiliana, ein typisch weißes Dorf in den Bergen.

Wir waren schon einmal da gewesen, vor knapp 20 Jahren. Da gab es die Kinder natürlich noch gar nicht. Für die war das alles Neuland. Für uns war eine spannende Entdeckungsreise zurück in die Vergangenheit, zu einer Zeit, als unser Lebensweg noch völlig offen war und wir noch nicht mal annähernd eine Ahnung davon hatten, das wir einmal Deutschland für immer verlassen würden.

Treffpunk in Nerja

Der Balkon Europas

Unser erstes Ziel war also Nerja. Der kleine Badeort befand sich hoch auf den Klippen über dem Mittelmeer, ca. vierzig Minuten östlich von Málaga und dem Flughafen. Ein beliebtes Reiseziel für Besucher aus dem kalten Norden, auch und besonders für Deutsche. Wir hörten hier mehr Deutsch als dort wo wir wohnten, also westlich von Málaga.

Die größte Attraktion von Nerja, und gleichzeitg das Zentrum der Stadt, war eine große Aussichtsterrasse mit weitläufigem Blick über die andalusische Küste. Man nannte diese Aussichtsplattform den Balkon Europas, und das war wirklich ein herrlich poetischer Name für diesen wunderschönen Ort, wo sich das Mittelmeer in solch schillernden Farben präsentierte.

Auf dem Balkon war immer eine Menge los, und wir genossen ganz einfach die fantastische Atmosphäre aus Seeluft, Sonne, Straßenmusik und einem Kauderwelsch aus europäischen Sprachen, und das alles mitten im spanischen Herbst.

Wunderschönes Nerja

Nerja war nicht nur irgendein Badeort

Nerja war ganz genau so, wie wir es in Erinnerung hatten. Die verwinkelten Gassen mit ihrem Mix aus Geschäften und Restaurants hatten immer noch das typisch andalusische Lokalkolorit. Gleich hinter der alten Kirche von El Salvador setzten wir uns in ein Straßencafé, lauschten den Stimmen der vielen Besucher, und genossen das milde Herbstwetter.

Nerja hatte neben Restaurants, Cafés und Geschäften natürlich noch vieles mehr zu bieten. Für Familien lohnte sich auf jeden Fall ein Ausflug zu den Höhlen von Nerja. Dies waren riesige Tropfsteinhöhlen, die man erst 1959 entdeckt hatte. Doch nicht nur Stalagmiten hatte man hier gefunden, sondern auch Skelette von Menschen und Keramikscherben, denn die Gegend war schon seit mehr als 25.000 Jahren bewohnt. Wir hatten die Höhlen von Nerja bereits bei unserem ersten Besuch vor 20 Jahren besucht, der Besuch mit den Kindern musste daher noch ein wenig auf sich warten lassen.

Eine weitere Sehenswürdigkeit, die wir auf jeden Fall auch noch mit den Kindern erkunden mussten, war das Aquädukt von Aquila, das gleich vor den Toren der Stadt lag. Nicht römisch, sondern aus dem 19.  Jahrhundert stammend, galt dieses Aquädukt als ein ausgezeichnetes Beispiel historischer Baukunst, das man von einem Rastplatz der Autobahn aus ganz wunderbar bestaunen konnte. Dies würde also sicherlich nicht unser letzter Besuch Nerjas bleiben.

Andalusischer Charme

Frigiliana, eines der schönsten weißen Dörfer Andalusiens

Von Nerja aus ging es weiter in die Berge. Nur zehn Minuten mussten wir fahren und schon befanden wir uns in einem der schönsten weißen Dörfer Andalusiens. Viele Dörfer in Andalusien waren natürlich schön und weiß, aber Frigiliana hatte für uns ganz einfach ein ganz besondere Atmosphäre und einen fast nicht so recht greifbaren Charme.

Vielleicht waren es die hübschen Gassen, die sich in Treppenform den Berg hochwanden. Sie waren verziert mit schwarzen und weißen Kieselsteinen, die in arabisch angehauchten Mustern ausgelegt waren. Oder vielleicht waren es die tollen Wandfliesen, die Geschichten und Hintergründe zu Frigilana und der Region erklärten. Oder der atemberaubende Ausblick, den man von der Aussichtsterrasse hoch über den Terrakottadächern der alten Häuser hatte, auf ein Land, das für den Süden Spaniens erstaunlich grün und fruchtbar erschien. Wahrscheinlich war es das alles zusammen.

Am Ende unseres Besuches in Frigiliana ging es noch zum großen Herrenhaus des Ortes. Eine Mischung aus Fabrik und herrschaftlichem Wohnhaus, mit verwaschenen Mustern auf dem Ziegeln und leeren Nischen für Heiligenstatuen in der Fassade. Ein Schild erklärte, dass das Renaissancehaus früher einmal das Wohnhaus der Herren von Frigiliana war, die hier einmal eine Zuckerrohrplantage betrieben hatten. Auch heute noch wurde hier Melasse gelagert. In dem kleinen Andenkenladen in einem Winkel des Hauses entdeckten wir typische Produkte der Region: Honig, Keramik, Schmiedearbeiten.

Typische Straßenansicht in FrigilianaWunderschönes Andalusien

Unser Tagesausflug mit den Kindern zur Küste östlich von Málaga war ein voller Erfolg. Nicht nur konnten wir den Kindern einige der schönsten Ecken der Region zeigen. Wir hatten auch endlich mal wieder Zeit, mit ihnen tiefere Gespräche zu führen. Wieder einmal wurde uns deutlich, dass die Kinder viel zu schnell groß wurden, sie zu jungen unabhängigen Erwachsenen heranreiften, und dass unsere begrenzte Zeit mit ihnen in der Tat sehr, sehr kostbar war.

Es passierte nicht alle Tage, dass mein zehnjähriger Sohn meine Hand nahm, während wir durch die alten Dorfstraßen streiften und er offen darüber fantasierte, wie schön es wäre, in dieser intimen Atmosphäre des eng gebauten Dorfes zu leben. Die intensive Zeit, die wir zusammen an diesem Tag verbrachten, brachte ganz neue Seiten ihrer Persönlichkeit zum Vorschein, die sie gern mit uns teilten.

Immer wieder überraschend, immer wieder faszinierend, immer wieder schön. Das galt sowohl für Andalusien als auch für die Zeit mit unseren Kindern.

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AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat. Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa. Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

13 Comments
  • Steffi | Nov 18, 2017 at 7:53 am

    Tolle Fotos, toller Text – ich war letztes Jahr in Nerja und Frigiliana und fand es genauso schön wie du!

    • miniglobetrotter | Nov 18, 2017 at 7:43 pm

      Danke liebe Steffi! Ja, wir haben es schon gut getroffen mit unserem Andalusien 🙂

  • Lauren | Nov 19, 2017 at 5:53 am

    Super gorgeous photos of a beautiful place! Would love to go someday <3

    • miniglobetrotter | Nov 19, 2017 at 4:46 pm

      Thanks Lauren!

  • Nathalie Salcedo | Nov 19, 2017 at 9:03 am

    loving all the photos here 🙂 the crystal clear blue water was really enchanting!! want to soak and deep there too. The structures of the houses were also really on point. Very nice 🙂

    • miniglobetrotter | Nov 19, 2017 at 4:49 pm

      Nathalie, The colour of the water really is outstanding. I think it has something to do that we were standing on a terrace looking down from above. The houses were built in the traditional style by North African settlers some 1000-500 years ago.

  • Fiona Maclean | Nov 19, 2017 at 8:10 pm

    Gosh that looks really pretty – almost like Tunisia – but cleaner and whiter. I love the look of Frigilana – I’d be happy to stay there myself

    • miniglobetrotter | Nov 19, 2017 at 8:18 pm

      Hi Fiona, Thanks for you comment! The people who built this did indeed come from places like Morocco and possibly also Tunisia.

  • Meg Jerrard | Nov 20, 2017 at 3:30 pm

    Interesting that there are few holidays in Spain – I feel like we have Catholic holidays all throughout the year here in Australia!

    This is actually the first time I’ve heard of Nerja, so thankyou for the introduction. The balcony of Europe truly does offer the most sensational views! And Frigiliana is probably the most charming town I’ve seen. Love the white washed buildings, and the blue doors – it actually reminds me a lot of what many of the villages in Greece look like. Can definitely understand your call on this being the most beautiful village in Adalusia. What a special treat for the whole family – will have to add Andalusia to our bucketlist!

    • miniglobetrotter | Nov 20, 2017 at 4:44 pm

      Thanks for your lovely comment, Meg. I can warmly recommend Nerja and the whole of the Costa del Sol as a family destination. The kids will love it!

  • Callie Grace | Nov 20, 2017 at 3:37 pm

    Andalusia sounds like a very family friendly place – it looks like the kids had a great time, and how great that you could both travel back and see how the region had changed since 20 years ago. Didn’t know that this was a popular vacation spot among Germans – though it definitely looks a lot warmer than the cold north!

    The Caves of Nerja sounds crazy – human skulls? Wow! Sounds like Nerja has a lot of history. What beautiful memories to create with your children – you’ve given them the greatest gift of all in inspiring wanderlust and travel. We’ve wanted to visit Málaga for a while now, so will have to set some time aside to take a day trip further east as well.

    • miniglobetrotter | Nov 20, 2017 at 4:47 pm

      Germans love the sun, that’s true. You will also find lots of British and Scandinavian vistors and expat but they tend to settle on the other side of Málaga. If you do make it down to Málaga do make sure you hire a car for a couple of days as there is so much to explore in Andalusia, you don’t want to be stuck in just one place.

  • Debra Schroeder | Nov 22, 2017 at 3:48 pm

    Nerva and Frigiliana look like great places to spend a few days, such gorgeous photos. The caves sound like fun. Love that shot of the door in the courtyard, the iron catches your eye.

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