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Die Stadt Caracassonne von der Flussseite aus gesehen

Mittelalter entdecken: Carcassonne mit Kindern

  |   Frankreich   |   No comment

Ich bin ein erklärter Fan des Mittelalters. Mit all seinen Höhen und Tiefen. Deshalb war die südfranzösische Stadt Carcassonne natürlich schon lange auf meinem Radar, denn hier ist das Mittelalter noch lebendig. In diesem Sommer hatten wir als Familie endlich die Gelegenheit, nach Carcassonne zu reisen und diese traumhaft schöne Stadt selbst zu erkunden.

Trotz all der Touristenmassen im Hochsommer und der schamlosen Kommerzialisierung haben wir hier mit den beiden Mini Globetrottern zwei angenehme Tage verbracht und dabei auch eine Menge über das Mittelalter und die Region gelernt.

Die Stadt Carcassonne

Schon der Anblick von Weitem ist beeindruckend: Caracassonne liegt auf einem Hochplateau. Diese strategisch günstige Lage trug natürlich auch zum Aufschwung und der wachsenden Bedeutung der Stadt für die Region bei. Auffällig sind die sehr gut erhaltenen Befestigungsanlagen, die die Altstadt auf rund 3 Kilometern umgeben, sowie die 52 Türme.

Dieses Fort stammt zwar aus dem Mittelalter, wurde aber erst 1853 zu seinem heutigen Zustand gebracht. Dabei interpretierte man sich manchmal einen ganz schönen Stuss zusammen, was Carcassonne zwar nicht historisch akkurat macht, aber dafür eine Freude für die Augen ist. Carcassonne zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Warum wurde Carcassonne damals so stark befestigt? Die Stadt lag an einer wichtigen Stelle für den Handel – das erkannten bereits die Römer. Sie war jedoch auch ein wichtiger Außenposten entlang der Grenze zwischen Frankreich und Aragon. Carcassonne hat deshalb viele Belagerungen gesehen, viele Streitigkeiten, viele Herrscherwechsel. Durch all dies ist sie erstaunlich unbeschadet hervorgegangen.
Das Panorama auf die Stadt ist beeindruckend

Unser Spaziergang nach Carcassonne

Von unserer Unterkunft am anderen Ufer der Aude aus machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Eine schöne Strecke zum Spazierengehen, direkt am Wasser des fröhlich fließenden Flusses und mitten im Grünen. Über die Pont Neuf überquerten wir dann den Fluss – das war die zweite Brücke auf dem Weg, die mit dem Autoverkehr. Der Grund hierfür war ganz einfach: Von dieser Brücke aus hatte man einen ausgezeichneten Panoramablick auf die mittelalterliche Stadt und die alte Brücke Pont Veux – toll natürlich für Fotos.

Dann nahmen wir eine der Straße den Berg hoch, und zwar so, dass wir die Stadt von hinten durch die Porte Narbonnaise betraten. Mit jedem Schritt stieg dabei die Spannung, die Straßen wurden atmosphärischer dank der schönen alten Wohnhäuser.

Der Eingang auf der Rückseite der Stadt war dann natürlich noch einmal dank der massiven Befestigungsanlagen sehr sehenswert, die Illusion quasi perfekt: Wir betraten die mittelalterliche Stadt durch die beeindruckende Porte Narbonnaise.
Die charmanten Straßen der Vorstadt

Rundgang durch Carcassonne

Carcassonne ist sicherlich ein romantischer oder beschaulicher Ort – leider ist zumindest im Sommer nicht viel davon zu spüren. Die Stadt ist voll mit Besuchern. Alle Geschäfte sind auf den Tourismus ausgerichtet, und man findet hier nicht nur alles, was die Region an Wein und Delikatessen hergibt, sondern auch Kunsthandwerk, Souvenirs und Antiquitäten.

Jeder noch so kleine Platz ist voller Tische und Stühle. Essen zwischen den historischen Fassaden und unter alten Bäumen ist also kein Problem, vorausgesetzt, man findet einen freien Tisch.

Typische Straßenszene in CarcassonneDoch die Straßen sind voller Menschen, da machen wir uns mal nichts vor. Was ein bisschen hilft ist, wenn man sich ein wenig in den kleineren Seitengassen verirrt. Hier könnte man Carcassonne schon beinahe als ruhig bezeichnen. Ansonsten beherrschte ein wilder Mix aus Straßenkünstlern und Musikern, Kellnern und Lieferanten das Stadtbild.

Verlassen haben wir die Stadt dann auf der Flussseite, was uns eigentlich sogar noch viel besser gefallen hat als die Porte Narbonnaise. Dieses Tor auf der Flussseite ist nur für Fußgänger geeignet und bietet einige der schönsten Ausblicke auf die befestigte Stadt und das Umland.

Die Sehenswürdigkeiten von Carcassonne

Neben den mittelalterlichen Straßen mit den typischen Fachwerkhäusern, überhängenden Balkonen, Brunnen und verwinkelten Plätzen, gibt es in Carcassonne noch so einige Sehenswürdigkeiten zu entdecken.

Da wären zum einen die Kirche Basilique St-Nazaire mit ihren bunten gotischen Spitzbogenfenstern, die bis in den Himmel zu reichen scheinen. Wir fanden besonders hübsch, wie das bunte Licht auf die uralten Steinböden vor unseren Füßen fiel.

Dann gibt es die Burg Château Comtal, die ebenfalls einen Besuch wert ist. Im Gegensatz zur Altstadt kostet der Zugang zur Burg Eintritt und ist natürlich auch mit einer Warteschlange am Eingang verbunden. Was man dafür bekommt, sind eine paar tolle Ausblicke entlang der Wallanlagen und von den Türmen der Burg.

Was man nicht bekommt, ist eine Ritterburg komplett mit Rittersaal, Kemenate, Küche, Kerker und ähnlichen Dingen, die man vielleicht von einer Burgbesichtigung erwarten würde. Andererseits hatte die Burg genau die richtige Größe, damit den Kindern nicht langweilig werden konnte.

Carcassonne erleben – so haben auch die Kleinen Spaß

Carcassonne ist generell ein tolles Ziel für Familien, denn hier wird Geschichte lebendig. Erfindet doch auf dem Weg dorthin ein paar Geschichten über Ritter, Damen und Drachen. Böse Könige, gemeine Hexen, traurige Prinzessinnen. Das ist zwar nicht geschichtlich ganz korrekt, aber das in der Zeit der Romantik restaurierte Carcassonne ist das ja auch nicht gerade.

Die Anlage der Stadt ist wie ein Labyrinth, da klappt das Laufen von ganz alleine. Es ist ratsam, sich ganz am Anfang des Besuchs einen Stadtplan zuzulegen – diesen erhält man zum Beispiel im Tourismusbüro oder bei eurer Unterkunft.

Es gibt viel zu entdecken in der StadtViel Spaß macht auch der äußere Befestigungsring, auch wenn hier auf jeden Fall Vorsicht geboten ist. An den meisten Stellen gibt es keine Geländer, und ein unbedachter Schritt kann einen mehreren Meter tiefen Sturz zur Folge haben.

Gern hätten wir mit den Kindern das Schulmuseum besichtigt, aber dann haben wir das leider doch nicht geschafft. Andere kinderfreundliche Attraktionen in der Cité und in der Umgebung wären gewesen: das Inquisitions-Museum, der Australienpark am Lac de la Cavayère und der Garten der duftenden Pflanzen in Limoux.

Und sonst noch so?

Ebenfalls sehenswert fanden wir La Bastide Saint-Louis, die Neustadt von Carcassonne. Der Name ist dabei ein wenig irreführend, denn auch dieser Teil der Stadt ist ziemlich alt. Hier kann man weitaus preiswerter und entspannter essen als in der alten Cité, zum Beispiel rund um den hübschen Hauptplatz.

La Bastide hat einen ähnlich militärischen Hintergrund wie die Altstadt. Sie ist von einer quadratischen Mauer umschlossen, hat Wehrtürme und ein schachbrettartiges Straßenmuster. Wer mehr als einen Tag in Carcassonne verbringt, sollte sich diesen Teil der Stadt auf jeden Fall auch einmal anschauen.

Ein tolles Ziel für einen Tagesausflug sind die Grenzfestungen im Vorgebirge der Pyrenäen. Wir haben die Burg Queribus besucht, die einmal eine der letzten Fluchtburgen der Katharer war. Wir werden davon demnächst berichten.

Ebenfalls unter dem Schutz der UNESCO ist der Canal du Midi, ein hübscher Kanal, auf dem Besucher eine romantische Bootsfahrt unternehmen können. Wir fanden das allerdings für unsere Familie nicht so passend und haben diesen Besuch für uns ausgeschlossen.
Ein Blick über die Dächer

Unsere Unterkunft

Wir schreiben nicht oft über unsere Unterkünfte, wenn wir verreisen, aber diese hier ist wirklich empfehlenswert. Wir buchten uns über Booking.com bei Appartement Le Saint Nazaire – Les Balcons de la Cité ein, einem Ferienapartment in einem Haus mit nur zwei Wohnung direkt gegenüber von der historischen Altstadt. Die Lage war wirklich traumhaft, denn vom Balkon aus konnte man die nachts beleuchtete Stadt wunderbar erkennen, und morgens war Carcassonne das erste, was man zu sehen bekam. Ein wirklich einzigartiges Erlebnis.

Das super moderne Apartment hat drei Schlafzimmer, ein WC, zwei Badezimmer mit Dusche und Badewanne-Duschkombination, komplett ausgestattete Küche, Waschmaschine, kostenlose Internet und Zugang zum Gemeinschaftsgarten. Wir bekamen eine gründliche Einweisung und viele, viele Tipps zu Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Geschäften.

Wenn ihr Interesse an dieser empfehlenswerten familienfreundlichen Unterkunft in Carcassonne habt, dann könnt ihr hier weitere Reviews lesen (bitte beachtet, dass beim Klicken und Buchen über diesen Link für uns eine kleine Kommission anfällt. Dies ist ohne Mehrkosten für euch, kommt aber unserem Blog zugute.)

Fazit: Carcassonne mit Kindern – ja oder nein?

Carcassonne lässt sich unserer Meinung nach prima mit Kindern erkunden. Es ist ein Touristenort durch und durch, und die Restaurants und Geschäfte sind auch auf kleine Kundschaft eingestellt. Wir Erwachsenen haben uns an den alten Gemäuern erfreut, die Kinder liebten die Rundgänge entlang der Befestigungsmauern.

AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat. Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa. Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

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