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Uluru bei Sonnenuntergang

Kings Canyon aus der Vogelperspektive und ein blutroter Uluru (Outback Teil 3)

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Der nächste Morgen begann frostig, aber immerhin hatten wir unsere Sandpisten-Tortur unbeschadet überlebt. Von nun an schworen wir uns, immer doppelt hinzugucken bei der Routenplanung, damit wir nicht wieder auf so einer unbefestigten Straße landeten.

Es war Juni, und das bedeutete Winter in Australien. Ja, selbst in der Wüste und im Outback kann es unangenehm kalt werden. Nachts hatten wir Frosttemperaturen. Zum Glück wärmte die Sonne in den Morgenstunden dann aber die Luft wieder auf, so dass nur noch der Wind (falls vorhanden) kalt war.

Bei solch einem Wetter und solchen Temperaturschwankungen muss man natürlich entsprechen packen. Gefütterte, winddichte Jacken und Wollmützen, um die Ohren zu schützen sind im Winter im Outback unabdingbar.

Als erstes fuhren wir an diesem Morgen zur Helikopterstation von Kings Canyon, denn unser vorgebuchter Helikopter wartete schon. Wir hatten zwei Flüge gebucht. Warum? Zum einen konnten immer nur drei Personen auf einmal mit dem Piloten mitfliegen, und wer sollte da schon am Boden bleiben bei vier Personen? Zum anderen schien uns das Szenario, die Kinder alleine im Wohnwagen zurückzulassen auch wenig reizvoll. Was, wenn das Ding abstürzte? Das konnten wir den Kleinen nicht antun.

So buchten wir also zwei Flüge, auch wenn die Kinder eigentlich noch gar nicht so richtig alt genug waren, um die enorme Superlativität dieses Helikopterfluges zu begreifen.

Helikopter-Tour am Kings Canyon Resort

Up, up and away! Kings Canyon mit dem Helikopter

Ich weiss ja nicht, wer von euch schon einmal mit dem Helikopter geflogen ist, aber es war ein absolut irres Erlebnis. Gefühlsmäßig war es so, als ob man in ein Auto einsteigt. Man war von leichtem Blech umgeben und schaute aus dem Fenster. Doch dann auf einmal merkte man, dass man abgehoben war und in der Luft schwebte. Das ging alles ganz schnell.

Der Wohnwagen wurde auf einmal immer kleiner, und der Pilot fing an, durch die Statik in unsere Kopfhörer zu nuscheln. Unter uns breitete sich die flache Wüstenlandschaft aus. Gebäude wurden sichtbar – das Resort, wo wir die Nacht verbracht hatten. Kamelherden bewegten sich gemächlich von einer Stelle zur nächsten. Der rote Boden war übersät mit grün-blauen Büschen, sie wirkten wie Seepocken auf einem Schiffsrumpf.

Eine Bewegung in der Hand des Piloten und wir machten uns auf, den Kings Canyon näher zu begutachten.

Kings Canyon ist ein kleines Naturwunder. Sein größtes Pech ist es, dass es sich so nah an Uluru befindet (relativ gesehen, es sind ja immer noch vier Stunden Fahrt), denn der berühmte Cousin stellt alles andere in der Umgebung in den Schatten.

Trotzdem war die Szenerie spekatkulär.

Die Felswände des Canyon, der sich wie ein großes V in die Landschaft öffnete, waren 100 Meter hoch. Deutlich konnten wir aus dem Helikopter heraus den Wanderweg entlang der Klippen sehen sowie die verschiedenen Gesteinsformationen, die natürlich alle Geschichten und Namen haben. Am Boden des Canyons befand sich ein weiterer Wanderweg, den wir mit den Kindern später am Tag noch belaufen sollten.

Wir konnten es kaum abwarten, dieses faszinierende Landschaft hautnah zu erleben. Doch bevor uns der Helikopter nach unserem 15-minütigen Rundflug wieder absetzte, überflogen wir noch eine tief abfallende Steilwand, die sich vor einer endlosen Outbackwüste aufbaute. Eine faszinierende Szenerie, die einem so richtig schön deutlich machte, wie klein und unbedeutend wir eigentlich im Großen und Ganzen sind.

Kings Canyon vom Hubschrauber aus gesehenSteil abfallende Klippe im Outback

Kings Canyon hautnah erleben

Nach unserem unvergesslichen Helikopterflug fuhren wir mit dem Wohnwagen die kurze Strecke zum Kings Canyon.

Inmitten der australischen Wüste war der Kings Canyon eine echte Oase. Hier sammelte sich das Wasser, sollte es denn man regnen, und die hohen Felswände boten Schutz vor Winden. Viele Tiere lebten in dieser ökologischen Nische; von oben konnte man ganz deutlich sehen wie grün die Bedingungen in den schattigen Schluchten waren.

Wie schon gesagt, es gab zwei Arten, wie man den Canyon besichtigen konnte. Der Wanderweg auf den Klippen bot einen tollen Ausblick auf die Schlucht und führte an interessanten Felsformationen vorbei. Da er jedoch drei bis vier Stunden in Anspruch nahm und der Aufstieg die steile Felswand hinauf nicht ohne Grund “Heartbreak Hill” hieß, entschieden wir uns wegen der Kinder schweren Herzens dagegen.

Eine famlienfreundlichere Alternative war der zweistündige Wanderweg am Boden der Schlucht. Dieser war größtenteils flach, schattig und einfach zu begehen. Dafür aber nicht minder interessant und schön. Vorbei an vielen verschiedenen einheimischen Bäumen und Sträuchern bestaunten wir die goldenen Felsenwände.

Wir überquerten leere Flussbetten, machten Pausen für ein Picknick auf einer der Parkbänke. Am Ende des Weges erwartete uns eine Plattform, die über einem kleinen Feuchtgebiet errichtet worden war. Erstaunlicherweise lebten hier Frösche und andere Tiere, eine kleine Oase mitten in der Wüste.

Heartbreak HillWanderweg am Kings CanyonSpaziergang am Grund des Kings CanyonWanderer am Rand der Klippe

Das rote Herz des Kontinents: Uluru

Nach unserem Spaziergang machten wir uns auf in Richtung Uluru. Die Fahrt dorthin dauerte vier Stunden, und wir wollten nicht riskieren in der Dunkelheit zu fahren. Viele Tiere, wie zum Beispiel Kängurus, sind besonders in der Dämmerung aktiv, und das war nun eine Art von Begegung, die wir uns sparen wollten. Es war ja Winter im Outback, was beutetete, das die Tage entsprechend kurz waren.

Und so kamen wir gerade noch rechtzeitig an, um den Sonnenuntergang am Uluru zu erleben. Eines der schönsten Outbackerlebnisse, die man sich vorstellen kann. Es gab eigens dafür gekennzeichnete Parkplätze, auf denen man sich positionieren konnte, um das faszinierende Farbenspiel auf der Felswand des Berges zu beobachten. Von Hellrot über ein leuchtendes Orange bis zu einem tiefen Blutrot ging die Palette, als die Sonne am Horizont verschwand. Im Hintergrund verfärbte sich der Himmel in ein kitschiges Rosé.

Während das Abendessen auf unserem kleinen Stöfchen im Wohnwagen vor sich hin köchelte, beobachteten wir gespannt mit den Kindern das Farbenspiel und genossen die ausgelassene Atmosphäre unter den Mitreisenden. Da wurden Campingstühle aufgestellt, Kamerastative positioniert und kalte Biere geöffnet.

Eine fantastische Atmosphäre, ein unvergessliches Erlebnis, an das sich die Kinder selbst heute noch gut erinnern können. Am nächsten Tag sollte es weiter gehen mit einer genauen Erkundigung des Uluru-Kata-Tjuta-Nationalparks.

Camping im Outback mit Kindern – na und wie das geht! Und hier geht es zu Teil 4: Traumzeit am Uluru mit den Kurzen

Für den Beginn unseres Outback-Abenteuers, bitte hier klicken.

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AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat.Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa.Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

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