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Familienausflug zum andalusischen weißen Dorf Casares

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Ein Dorf, wie aus Zuckerwürfeln zusammengesetzt, bezaubernd und verführerisch schön. Casares ist wirklich eines dieser typisch andalusischen Dörfer, denen man sich nicht entziehen kann. Von der Minute der Ankunft an, wenn einen das Parkhaus ganz wie selbstverständlich in sich aufnimmt, über den Spaziergang quer durchs Dorf bis zur Spitze des Berges, ist man wie in einem Sog, der einen immer und immer weiter zieht.

Am Ende kommt dann das Highlight: Die herrlichen Ausblicke von der Bergkuppe und den Ruinen der Maurenburg über das Dorf, das Umland, und – im Dunst schimmernd – den Felsen von Gibraltar in der Ferne.

Die weißen Dörfer Andalusiens

Blick auf die Zuckerwürfel von Casares vom Nachbarberg aus

Blick auf die Zuckerwürfel von Casares vom Nachbarberg aus

Die Region Andalusien, die wir nun schon seit einigen Monaten unser Zuhause nennen dürfen, ist berühmt für ihre wunderschönen weißen Dörfer. Sie erinnern an die fünfhundert Jahre andauernde Besiedelung durch die afrikanischen Mauren, die bis zur Reconquista im 15. Jahrhundert hier lebten.

Die weiße Farbe kommt dabei nicht von ungefähr: Sie ist ein wirksamer Schutz gegen die hohe Sonneneinstrahlung während der langen heißen Sommer und sorgt dafür, dass das Innere der Häuser selbst an heißen Tagen schön kühl bleibt.

Die meisten weißen Dörfer Andalusiens sind ähnlich angelegt. Die getünchten Häuser sind eng aneinander gebaut, so dass sie fast aufeinander gestapelt wirken. Sie gruppierten sich um eine Anhöhe, einen Felsen oder einen Berg, worauf man meist eine maurische Burg finden kann. Viele Burgen sind leider nicht mehr intakt, die kriegerischen Zeiten haben ihre Spuren hinterlassen, aber auch die Ruinen versprühen für gewöhnlich einen gewissen Charme.

Andalusien mit Kindern entdecken - uns macht's Spaß!

Andalusien mit Kindern entdecken – uns macht’s Spaß!

Eine Kirche findet man auch immer irgendwo im Dorf. Entweder steht sie an einem Hauptplatz oder auch oben auf dem Berg neben der Burg. Meist ersetzt sie die Moschee, die früher einmal von den Mauren hier erbaut worden ist. Nicht selten gibt es auch noch Hinterlassenschaften der Römer zu erkunden, wie auch in diesem Fall hier, in Casares.

Doch nicht alle Dörfer sind trotz ähnlichem Aufbau gleich schön. Manche stechen hervor. Wie zum Beispiel Casares. Das sieht man schon, bevor man überhaupt den Ort betritt. Vor Ankunft kann man kurz vor der modernen Polizeistation auf dem Nachbarhügel halten und einen Blick auf das tolle Stadtpanorama werfen, dass sich dem Betrachter – unterm Eisenkreuz stehend – quasi zur Begrüßung wunderschön dahin drapiert.

Uralte Straßen und lebhafte Plätze

Die verwinkelten Gassen versprühen einen ganz besonderen Charme

Die verwinkelten Gassen versprühen einen ganz besonderen Charme

Nicht immer ist ein Besuch eines weißen Dorfes so effizient und leicht mit Kindern zu machen wie in Casares. Die Straße, über die wir zum Ort gelangen, endet wie ganz selbstverständlich in einem öffentlichen Parkhaus, gebührenfrei. Von hier nehmen wir den Lift nach oben und gelangen auf eine Aussichtsterrasse mit einem überdachten Spielplatz, auf dem sich die Kinder erstmal nach der Autofahrt schön austoben können. Während die Kinder spielen, genießen wir den Ausblick auf die Zuckerwürfelhäuser, diesmal kann man viel mehr Details ausmachen.

Dann geht es weiter über die gerade Calle Fuentes zum Ortskern, dem Plaza de España mit dem hübschen Brunnen. Unter Magnolienbäumen suchen wir uns einen freien Tisch in einem der Cafés und bestellen uns belegte Brötchen und kühle Getränke, um uns für den Aufstieg zur Burg zu stärken.

Auch die Einheimischen sind natürlich unterwegs. Die grauhaarigen Herren stehen an einem Ende des Platzes und tauschen Belanglosigkeiten aus, während die Damen des Dorfes es sich an den Tischen der verschiedenen Bars und Cafés auf der anderen Seite des Platzes bequem gemacht haben. Es sieht so aus, als wäre es schon immer so gewesen: Die Herren der Schöpfung dort, die Damen hier, und eigentlich kennt jeder jeden oder ist sogar mit ihm verwandt.

Die Sehenswürdigkeiten von Casares

Blick auf den Hauptplatz von oben

Blick auf den Hauptplatz von oben

Auch wenn Casares mit ca. 6.000 Einwohnern ziemlich klein ist, gibt es hier doch erstaunlich viel zu entdecken. Es ist der Geburtsort des andalusischen Politikers Blas Infante, der zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs von den Nationalisten ermordet worden ist. Sein Geburtshaus kann besichtigt werden, und es gibt auch ein Museum im Ort.

Außerdem findet man in Casares eine ganze Reihe von Kirchen und Kapellen, doch was uns viel mehr fasziniert, sind die vielen kleinen Einzelheiten der jahrhundertealten Dorfhäuser. Die zugemauerten Fenster und bröckelnden Balkone, die brüchigen Fensterläden und hübsch bepflanzten Blumentöpfe. Wir entdecken einen Balkon, der auf einem Felsvorsprung ruht, der magisch aus der Häuserwand zu ragen scheint. Doch was wir eigentlich mit den Kindern erkunden wollen, ist die Burgruine auf dem Berg.

Ein Aufstieg und der Blick bis fast nach Afrika

Die erkunden gemeinsam die Ruinen der Mauenburg

Die erkunden gemeinsam die Ruinen der Maurenburg

Oben angekommen, haben wir endlich Einblick in die vielen Geheimnisse des Ortes. Wir entdecken den jetzt in der Vorweihnachtszeit festlich geschmückten Hauptplatz von Casares, auf dem wir gerade noch ein Tunfischbrötchen gegessen haben. Wir sehen alte Häuser, deren Dächer eingefallen sind, die Toilettenschüssel unter freiem Himmel und noch intakt. Über unseren Köpfen und über den Bergkuppen in der Umgebung fallen die zahlreichen Raubvögel auf, die auf der Suche nach Beute geduldig ihre Kreise ziehen.

Am Ostende fällt der Berg steil ab. Hier wurden damals die rebellierenden Mauren in den Tod getrieben. Heute wird die Steilwand von Hobbykletterern genutzt. Wir sehen eine Reihe von Windkrafträder in der Ferne, und dahinter, ganz schwach, den beeindruckenden Felsen von Gibraltar, The Rock.

Von hier wurden die Mauren in den Tod gestürzt.

Von hier wurden die Mauren in den Tod gestürzt.

Wir verbringen einige Zeit hier oben und erkunden die zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Die Ruine der Maurenburg mit ihren wahnwitzigen Löchern in den hohen Mauern. Die Kirche Iglesia de la Encarnación. Einen spanischen Friedhof, wo die geschmückten Urnen in Wandnischen ruhen.

Die Römischen Bäder von Hedionda

Die Bäder von Hedondia bei Casares

Die Bäder von Hedionda bei Casares

Von hier oben ging es wieder zurück ins Dorf, ein leichter Weg für die Kinder. Durch das alte Stadttor hindurch, über dem noch ganz deutlich die Pechnase zu sehen ist. Doch bevor wir wieder nach Hause fahren, gibt es noch einen geheimen Ort, den wir mit den Kindern erkunden wollten, die Bäder von Hedionda.

Technisch gesehen zählt diese Attraktion eigentlich zum Casares-Erlebnis dazu, aber man muss noch einmal ca. 20 Minuten mit dem Auto fahren, um dorthin zu gelangen. Vorbei geht es an den Windkrafträdern, die wir vom Ausguck aus schon gesehen haben. Kurz vor dem Autobahn-Viadukt biegen wir in eine unbefestigte Landstraße ein, parken das Auto auf einem begrasten Parkplatz. Wir gehen noch weitere zehn Minuten am Ufer eines Flusses entlang, vorbei an den verlassenen Gebäuden einer Kurklink, und dann sind wir endlich da.

Denn hier sprudelt warmes, schwefelhaltiges Wasser an die Oberfläche. Schon die Römer wussten die Qualitäten dieses einzigartigen Wassers zu schätzen, und Reste der römischen Badeanlagen sind immer noch gut zu sehen. Moderne Menschen haben leider irgendwann einmal eine Betonüberdachung hinzugefügt, was das Schwimmen in der höhlenartigen Kontruktion zu einem Wagnis werden lässt. Dies hält die anderen Besucher allerdings nicht davon ab, hier zu schwimmen.

Wir schauen uns da aber lieber den Fluss an, wie er aus den Bädern heraus durch die Landschaft fließt, klar und strahlend blau. Viele Kinder um uns herum haben die Schuhe ausgezogen und waten durch das sprudelnde Wasser, graben tiefe Löcher in den weichen Uferschlamm auf der anderen Seite des Flusses. Jetzt im Winter ist nicht besonders viel los an den Bädern von Hedionda, aber im Sommer lassen es sich die Spanier hier gutgehen.

Casares: Altstadt, Charme, bezaubernde Ausblicke und ein römisches Bad

Zuckerwürfelhäuser und enge Gassen, eine Burgruine und der Blick bis nach Gibraltar, während über unseren Köpfen die Greifvögel kreisen – Casares lässt keine Wünsche offen. Ein durch und durch andalusisches Erlebnis, für die ganze Familie geeignet, besonders, wenn man noch den kleinen Abstecher nach Hedionda mit einrechnet.

Jetzt, nach unserem Besuch mit den Kindern, eines unserer Lieblingsdörfer in Andalusien, absolut empfehlenswert.

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AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat. Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa. Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

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