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Eilean Donan in den schottischen Highlands

Eilean Donan: Die unglaublich fotogene Highlander-Burg in den schottischen Highlands

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Seid ihr eventuell auch so wie ich in den 70er oder 80er Jahren großgeworden? Könnt ihr euch dann vielleicht auch noch an den Hollywoodfilm „Highlander“ mit Christopher Lambert und Sean Connery erinnern? Der Film spielte im 16. Jahrhundert in den schottischen Highlands, wo ein schottischer Krieger von seinem Los der Unsterblichkeit erfuhr. Fortan musst dieser gegen andere Unsterbliche auf der ganzen Welt kämpfen, bis in die Gegenwart hinein. Am Ende sollte nur noch einer übrig bleiben.

Dieser Film war so bahnbrechend in seiner Aufmachung und Atmosphäre, der Szenerie und der herrlich deplatzierten Musik von Queen, dass er eine ganze Generation definierte. Das Bild, das meine Generation durch diesen Film von den schottischen Highlands erhalten hat, war so prägend wie kein anderes. Der ferne Norden Europas wurde zum begehrenswerten Urlaubsziel für Jung und Alt.

Wenn ihr den Film auch einmal gesehen habt, dann ist euch vielleicht eine Stelle ganz besonders gut im Gedächtnis geblieben. Eine schottische Burg, wunderschön gelegen auf einer Insel, umgeben von Wasser zu allen Seiten und mit einer romantisch geschwungenen Steinbrücke an das Festland angebunden. Eine Burg, die so postkartenschön, so perfekt ist, dass sie quasi Synonym ist mit dem Begriff „Highlander-Burg“.

Diese Burg heißt Eilean Donan, und sie befindet sich nicht weit von der beliebten Urlaubsinsel Isle of Skye.

Eilean Donan

Ein Filmstar und ein Publikumsmagnet

Ich habe die Burg vor einigen Monaten auf einem Roadtrip quer durch Schottland besichtigt. Diesen Roadtrip habe ich übrigens ohne Familie unternommen. Nur eine Freundin und ich. Eine supertalentierte Bloggerin aus London, Coralie von TeaTimeInWonderland.co.uk (hier findet ihr immer tolle London-Tips!).

Ich war schon mal in Eilean Donan. Das erste Mal war 1999. Mein ‚kleiner‘ großer Bruder hatte mich netterweise zu meiner temporären Auslands-Arbeitsstelle im Norden Englands gefahren, aber unter der Bedingung, dass ich mit ihm auch noch gemeinsam einen Schottland-Roadtrip unternehmen würde. Auf seinen Wunsch hin sind wir auch zu dieser Burg gefahren, die er selbst etliche Jahre zuvor schon einmal besichtigt hatte. Also auch ein Rückkehrer, so wie ich. Diese Burg hat ganz offensichtlich eine Menge Anziehungskraft.

Damals konnte man die Burg, glaube ich, noch nicht besuchen. Zumindest standen mein Bruder und ich nur davor. Doch 2016 dann entdeckten dann meine Freundin und ich am Eingang vom Gelände ein Besucherzentrum, das schon seit einigen Jahren Besucher aus aller Welt willkommen heißt.

Eines ist sicher: Im Gegensatz zum Highlander-Film ist die Burg in all der Zeit wirklich ganz prima gealtert. Solltet ihr jetzt auf die Idee kommen, diesen Christopher-Lambert-Schinken noch einmal hervorzukramen, tut es euch besser nicht an. Bewahrt eure Erinnerungen. Der Film wirkt heutzutage einfach nur lächerlich.

Aber solltet ihr eine Schottlandrundfahrt planen oder euch demnächst aus irgend einem Grund in der Gegend befinden, dann müsst ihr unbedingt Eilean Donan aufsuchen. Die Burg ist wirklich eine Reise wert.

Schotte vor der Burg

Es ist nicht alles mittelalterlich, was glänzt

Vorsicht jedoch! Das Aussehen trügt. Eilean Donan ist keine mittelalterliche Burg. Nur eine Rekonstruktion aus den 20er Jahren. Zwar wurden die mittelalterlichen Pläne des Vorgängers, sofern erhalten, so weit wie möglich berücksichtigt, aber eigentlich ist die Burg ein Fake. Aber ist das wirklich so schlimm? Ich denke nicht. Die Burg wurde mit so viele Liebe und Sorgfalt von den Besitzern wieder aufgebaut, dass man als Besucher immer noch ein völlig authentisches Bild erhält.

An diesem Ort hat sich viel Geschichte abgespielt. Eilean Donan war aufgrund seiner Lage strategisch gesehen enorm wichtig. Man muss sich nur mal anschauen, wie dieses Bauwerk platziert worden ist.

Die Lage war perfekt, um weite Teile des Landes vor einfallenden Wikingerbanden und anderen schottischen Clans zu verteidigen. Über viele Jahrhunderte hinweg wurden hier immer wieder die Verteidigungsanlagen aufgestockt. Erst in der frühen Neuzeit musste die Burg dann aber den Löffel abgeben. Gegen das Schießpulver, das während des Jakobiteraufstandes von der englischen Marine eingesetzt wurde, hatte das alte Gemäuer keine Chance. 1719 war die Burg nicht viel mehr als ein Haufen Geröll, Schutt und Asche. Wie ein geschwärzter, abgebrochener Zahn, der steil von seiner Insel aufragte.

Glücklicherweise weilen manchmal ganz besondere Individuen unter uns. Leute mit Visionen und Ideen. Die ihre Geschichte lieben und diese für zukünftige Generationen bewahren wollen. 1911 wurde diese vernachlässigte Inselruine von Lt Colonel John Macrae-Gilstrap gekauft. In mühevoller Kleinarbeit rekonstruierte er die ehemalige Burg und erbaute sie Stück für Stück neu. Und so sehen wir sie heute als täuschend echte Kopie ihrer damaligen Selbst.

Auch heute noch ist die Burg im Familienbesitz. Wohnen tut die Familie allerdings woanders. Eilean Donan ist heute eher so etwas wie ihr Feriendomizil.

Herrliche Landschaft rund um Eilean Donan

Warum die Burg zu jeder Highlandsrundreise gehören sollte

Es gibt drei gute Gründe, warum man die Burg besuchen sollte. Zum einen kann man die herrlichen mittelalterlichen Befestigungsanlagen ergründen. Sich an den tiefen Fensternischen erfreuen. Spaß haben auf den lustig verwinkelten und engen Treppenaufgängen. Über die Schlafkammern staunen. Den stattlich ausgestatteten Bankettraum bewundern. Durch versteckte Gucklöcher luken. Eilean Donan ist eine Burg, die nicht für Touristen erbaut wurde. Man muss sich hier arrangieren, aneinander vorbei quetschen, sich Zeit lassen.

Dann gibt es eine ganze Menge Persönliches zu entdecken. Die Besitzer sind ziemlich freizügig mit dem, was sie der Öffentlichkeit preisgeben. Familienjuwelen und Erbstücke, gerahmte Familienfotos und private Möbelstücke vermitteln das Gefühl, dass man sich in einer privaten Unterkunft befindet und die Besitzer nur mal eben vor die Tür gegangen sind.

Außerdem ist Eilean Donan toll für eine anschauliche Geschichtsstunde. Das macht die Burg besonders für Familien sehr interessant. Einzelheiten werden deutschen Kids vielleicht nicht viel sagen. Zum Beispiel ist hier eine Haarlocke von Bonnie Prince Charlie im Bankettsaal ausgestellt. Aber mit ein paar Erklärungen seitens der Eltern wird mittelalterliche Geschichte schon greifbar, selbst wenn sie schottisch ist. Besonders eindrucksvoll waren übrigens die ausgestellten historischen Kleidungsstücke und die herrlich wieder aufbereitete Schlossküche. Komplett mit Wachsfiguren, Plastikessen und Geräuschen und Stimmen aus Lautsprechern, die der Szene Leben einhauchten.

Schießscharte

Eilean Donan – immer wieder eine Reise wert

Leider war es nicht erlaubt im Burginnern Fotos zu schießen. Aber wenigstens können wir hier ein paar Außenaufnahmen im Blog veröffentlichen, denn die schottischen Highlands sind natürlich auch schön anzuschauen. Zwar war das Wetter nicht perfekt und für unseren Geschmack ein wenig zu feucht, aber so ist halt ein schottischer Sommer – was kann man da machen.

Eilean Donan war jedenfalls wieder einmal eins der Highlights auf unserer Schottland-Tour. Absolut empfehlenswerter Zwischenstop, wenn man die Highlands erkunden möchte. Zum Abschluss noch ein paar Bilder.

Die Farben SchottlandsWie ein gemaltes BildWie ein gemaltes BildWie ein gemaltes BildEine Treppe am WehrgangSchottisches WetterSchöner AusblickSchöner AusblickMoosFlechten und Moose zeugen von einem feuchten schottischen SommerBlick über das WasserFamilienwappenFensterblickGlockenturmDetailTreppeBrücke

AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat. Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa. Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

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