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Innansicht der Kathedrale von Sevilla

Die Kathedrale von Sevilla: Eine Kirche der Superlative

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Sevillas Kathedrale ist nicht einfach irgend so eine Kirche.

Sie ist vielmehr eine Kirche der Superlative. Mehrfacher Rekordhalter, ein Meister ihres Fachs, eine Kathedrale, so außergewöhnlich, dass ein Besuch unvergesslich sein wird. Ist ja auch wohl kaum überraschend, werdet ihr jetzt vielleicht sagen. Denn die Erbauer hatten damals das Ziel, ein Gotteshaus zu bauen, dass so grandios sein sollte, dass zukünftige Generationen sie für verrückt erklären müssten.

Verrücktheit spielt aber bei dieser Kathedrale eigentlich keine Rolle. Sie ist zwar außergewöhnlich groß und überdimensioniert, aber sie bleibt im Rahmen des Normalen.

Und das hier sind die Superlative: Die Kathedrale von Sevilla ist die größte Kathedrale der Welt. Sie ist zudem die drittgrößte Kirche der Welt. Und sie ist die größte gotische Kirche der Welt. Außerdem ist sie letzter Ruheort zahlreicher spanischer Monarchen sowie Begräbnisort von Christoph Kolumbus.

Das bedeutet, dass sich ein Besuch dieses faszinierenden Bauwerks auf jeden Fall lohnt, selbst wenn ihr eigentlich wenig für Kirchenbauten übrig habt.

Außenansicht der Kathedrale von Sevilla

Außenansicht der Kathedrale von Sevilla.

Superlative überall

Es ist natürlich wenig überraschend angesichts all dieser Weltrekorde, dass die Kathedrale von Seville zum UNESCO-Weltkulturerbe gerechnet wird. Dies allein sollte ja schon Grund genug sein, der Kirche einen Besuch abzustatten.

Vielleicht habt ihr ja schon in eurem Leben so einige große Kirchen gesehen. Vielleicht wart ihr ja auch mal im Petersdom in Rom (der übrigens keine Kathedrale ist und folglich nicht die größte Kathedrale der Welt sein kann). Doch auch wenn ihr schon viel von der Welt gesehen habt, ist das Innere dieser Kathedrale immer noch äußerst beeindruckend.

Das hohe Kirchenschiff lässt einen sehr klein erscheinen

Das hohe Kirchenschiff lässt einen sehr klein erscheinen.

Das Kirchenschiff dieser Kathedrale ist das längste der Welt. Wäre da nicht die großen quadratischen Chorabschnitte, die diesen zentralen Teil des Bauwerks optisch aufbrechen, dann wäre man noch angemessener beeindruckt. Während wir so dastehen und unsere Köpfe tief in den Nacken legen, um die oberen Pfeifen der prächtigen Kirchenorgel anzusehen, fühlen wir uns auf einmal ganz klein.

Doch Herzstück dieses schönen Sakralbaus ist der aufwändig gestaltete goldene Altaraufsatz. Komplett mit Gold bedeckt, reicht dieses kunstfertig geschnitzte Stück bis zur Decke der Kathedrale. Der flämische Meister, der an diesem Stück gearbeitet hat, benötigte für die Fertigstellung ganze 44 Jahre – es war sein Lebenswerk im ganz wörtlichen Sinne.

Entlang der Seiten sehen wir die 80 Seitenkapellen, darunter auch die prachtvolle Königliche Kapelle. Es gibt ja so viel hier zu sehen, jede Ecke ist so kunstfertig ausgestaltet, dass man sich bei der Betrachtung schon ganz schön klein fühlen muss. Die Hingabe und Aufopferung, mit der Generationen von Bauarbeitern, Künstlern und Gläubigen zusammen an dieser überdimensionierten Kirche gearbeitet haben, ist schon umwerfend.

Oberer Teil der massiven Orgel.

Oberer Teil der massiven Orgel.

Eine Kirche, auf maurischen Grundmauern erbaut

Da Sevilla natürlich auch fast wie der gesamte Rest Spaniens eine zeitlang unter maurischer Herrschaft stand, befand sich in Sevilla einmal eine große Moschee. Ganz so wie auch zum Beispiel in Cordoba. Doch im Gegensatz zu Cordoba, entschieden sich die Bürger Sevillas, nach Jahren der Nutzbarmachung der umgeweihten Moschee diese abzureißen und eine Kathedrale an ihrer Statt hochzuziehen.

Nur zwei Teile der alten Moschee haben dem Abriss entkommen können. Der Patio de los Naranjos ist der alte Vorhof der Moschee, wo sich die muslimischen Gläubigen vor dem Gebet gereinigt haben. Und die berühmte Giralda, also der Glockenturm der Kathedrale, war früher einmal das Minarett, von dem die Gläubigen zum Gebet gerufen worden waren.

Der Patio de los Naranjos von oben betrachtet

Der Patio de los Naranjos von oben betrachtet.

In der Giralda gibt es keine Treppe

Die Giralda ist also eines der ältesten Elemente der Kathedrale. Nur der Aufsatz für die Glocken ist jüngeren Datums, denn er wurde während der Renaissance dem Turm hinzugefügt, um Platz für die Glocken zu schaffen. Die Steine, aus denen der Turm erbaut wurde, sind sogar noch älter: sie wurden einer alten römischen Mauer entnommen.

Ein Besuch der Giralda ist natürlich ein absolutes Muss für jeden Besucher der Kathedrale. Einmal drinnen, waren wir überrascht, dass uns kein Treppenhaus erwartete, sondern eine steinerne Rampe, die sich in 35 Abschnitten fast den gesamten Turm hinauf wand. Der Grund dafür war, dass ein berittener Mann nach Möglichkeit bis ganz nach oben zur Spitze des Minaretts reiten können sollte.

Natürlich ist der Ausblick von der Giralda atemberaubend schön, da machen wir uns mal nichts vor. Selbst wenn ihr kein Interesse an Kirchengeschichte oder Kunstgeschichte habt, allein der Ausblick auf die Stadt Sevilla von hier aus macht den Eintrittspreis wieder wett.

Der Name Giralda kommt übrigens daher, dass sich oben auf dem Turm eine Wetterfahne befindet, der Giradillo. Man kann ihn besonders vom Orangenhof aus sehr einfach sehen. Er ist ein Symbol für den Triumph des christlichen Glaubens und natürlich gleichzeitig auch das Wahrzeichen der Stadt Sevilla.

Die Giralda mit dem Giraldillo vom Orangenhof aus betrachtet

Die Giralda mit dem Giraldillo vom Orangenhof aus betrachtet.

Der letzte Ruheort von Christoph Kolumbus

Ob Christoph Kolumbus wirklich in der Kathedrale von Sevilla begraben liegt oder vielleicht doch zumindest teilweise sich in der Neuen Welt befindet, bleibt umstritten. In Santo Domingo in der Dominikanischen Republik behauptet man jedenfalls, dass dort die echten Gebeine des großen Entdeckers liegen. Um diese Behauptung jedoch zu belegen, müsste man diese Überreste einem Labor übergeben, und dazu zeigen sich die Leute in Santo Domingo nicht bereit.

Die Gebeine in Seville jedoch sind tatsächlich diversen Untersuchungen unterzogen worden. Wie sich dabei herausstellte, handelt es sich beinah zweifellos um die Überreste von Kolumbus.

Auch wenn das, was sich da im Sarkophag befindet, vielleicht nicht vollständig ist, es lohnt trotzdem bei einem Besuch der Kathedrale dem Grabmahl ebenfalls einen Besuch abzustatten. Das lebensgroße Ensemble zeigt einen Sarkophag, der von vier Gestalten getragen wird, die die spanischen Regionen Aragón, Castille, León und Navarra repräsentieren sollen.

Grabmahl von Christoph Kolumbus

Grabmahl von Christoph Kolumbus.

Ein herausragendes Kirchenbauwerk

Mit einem letzten Blick auf das Figurenensemble verlassen wir die Kathedrale von Sevilla. Wir sind tief beeindruckt von der Größe des Gebäudes und die überdimensionierten Proportionen von so ziemlich allem darin.

Ich habe einmal gelesen, dass Kirchen im Mittelalter viel wenig festlicher und spirituell angelegt waren als heute. Sie waren ein durch und durch weltlicher Ort, wo Geschäfte abgeschlossen wurden und man sich zum Tratsch traf. Hunde jagten Federvieh herum und Kinder spielten hinten den vielen Säulen Verstecken. Kirchen war sozialer Sammelplatz und eine wichtige Repräsentation des gesellschaftlichen Geflechts einer Stadt.

Wenn man sich so mitten in die Kathedrale stellt und die Augen schließt, dann kann man sich dieses mittelalterliche Chaos ziemlich genug vorstellen.

Am Ende fanden wir in der Kathedrale von Sevilla zwar keine Anzeichen von Verrücktheit seitens der Bauherren. Aber wir fanden Geschmack und Stil, Vision, Träume und vielseitigen Ausdruck tiefer Gläubigkeit.

Besucherinfo für die Kathedrale von Sevilla

Wir haben die Kathedrale ohne unsere Kinder besucht, was aber nicht bedeutet, dass man Kinder nicht auch hierhin mitnehmen kann. Der große Innenraum ist sicherlich auch für die Kleinen sehr beeindruckend. Der Weg die Giralda hinauf ist kinderfreundlich und macht sicherlich Spaß zu erobern. Das Grabmahl des Christoph Kolumbus ist ein toller Aufhänger, um mit den Kindern über die Entdeckung Amerikas zu reden.

Die Kathedrale ist montags von 11 Uhr – 15.30 Uhr und dienstags bis samstags von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Sonntags kann man sie besuchen von 14.30 Uhr bis 18 Uhr. Weitere Informationen hierzu erhaltet ihr auf der offiziellen Webseite, besonders, wenn ihr plant, an einem Feiertag die Kathedrale zu besichtigen! Erwachsene zahlen 9.00 Euro pro Person, das reduzierte Ticket beträgt 3-4 Euro (für Studenten unter 26 Jahren sowie Rentner), Kinder unter 16 Jahren frei.

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Herrliche Kunstobjekte innen.

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Hübsche Glasrosette.

Hübsche Glasrosette, typisch für den gotischen Baustil.

In der Kirche gibt es ganze 80 Seitenkapellen zu bestaunen.

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Die Dimensionen werden klar, wenn Besucher mit im Bild sind.

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Detailliert ausgearbeitete Gewölbedecke.

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Winzig kleine Besucher im Kirchenschiff.

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Das goldene Altarbild.

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Statue in der Kathedrale.

Statue in der Kathedrale.

Glocken in der Giralda.

Glocken in der Giralda.

Blick vom Glockenturm auf die Stadt.

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Ausblick auf Sevilla.

Ausblick auf Sevilla.

Blick über die Dächer der Kathedrale.

Blick über die Dächer der Kathedrale.

Sevilla von oben.

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Giradillo.

Giradillo.

AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat. Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa. Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

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