Blog

Warten auf den ersten Langstreckenflug

Die besten Tipps für stressfreie Langstreckenflüge mit kleinen Kindern

  |   Reisetipps   |   No comment

Wenn man so wie wir am anderen Ende der Welt lebt, die Familie aber noch in Deutschland verweilt, dann sind Langstreckenflüge auf einmal ein häufigeres Übel. Es gab jedoch eine lange Pause von sechs Jahren, in denen wir nicht nach Deutschland für einen Familienbesuch zurückgeflogen sind. Der Grund? Unsere Kinder.

Vielflieger TippsZum einen lastete der Nachwuchs und der damit verbundene Einkommensausfall (kein Kinder – oder Elterngeld in Australien…) schwer auf der Haushaltskasse. Zum anderen konnten wir es uns ganz einfach nicht vorstellen, ganze 24 Stunden mit den Kindern in einem Flugzeug zu reisen. Uns taten dabei vor allem die anderen Mitreisenden Leid. Nicht umsonst werden immer wieder Stimmen laut, dass Flugzeuge kinderfreie Zonen bekommen sollten.

Doch als die Kinder dann ein wenig Größer waren, haben wir angefangen, die Strecke Sydney-Düsseldorf immer wieder in unterschiedlicher Form zurückzulegen. Mal nur einer von uns mit einem Kind, mal als ganze Familie, mal nur ein Erwachsener und dafür zwei Kinder. Und es klappt ganz ausgezeichnet! Natürlich haben wir auch so unsere Probleme unterwegs, und das Fliegen ohne Kinder ist sicherlich zu bevorzugen. Aber mit der entsprechenden Vorbereitung und Durchführung lassen sich auch Langstreckenflüge ganz prima bewältigen. Nur Mut!

Im Folgenden teilen wir mit euch unsere Erfahrungen und geben euch ein paar Tipps und Ideen, damit auch ihr die Langstrecke mit kleinen Kindern meistern könnt.

Lasst euch das Fliegen mit Kindern nicht gleich wieder ausreden

Es gibt immer wieder wohlmeinende Leute, die euch vorschreiben wollen, ob ihr nun mit Kindern fliegen dürft oder nicht. Lasst euch da nicht reinreden! Ihr kennt eure Kinder immer noch am besten, und mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen lässt sich jede Hürde meistern.

Gerade Eltern mit Babys wird immer wieder angeraten noch ein bisschen zu warten. Aber manchmal ist das ganz einfach nicht drin! Gerade die Strecke Europa-Australien über Südostasien ist voll mit kleinen Kindern. Man möchte doch seine Kleinen auch dem Rest der Familie zeigen. Und es nutzen, dass man bei Kindern unter zwei Jahren nichts zahlen muss. Babys unter 2 können wohl aber bei Bedarf je nach Angebot auch einen eigenen Sitz buchen, und zwar gar nicht so teuer. Das solltet ihr bei der Fluggesellschaft erfragen!

Sobald die Kinder aber ein wenig älter sind, bekommen sie gezwungenermaßen einen eigenen Sitz. Und den lässt sich die Fluggesellschaft komplett mit Steuern und so weiter gut bezahlen, wenn auch mit kleiner Preisreduktion.

Welches Alter ist das beste Alter zum Fliegen?

Wir finden, jedes Alter ist gut zum Fliegen. Denn jedes Alter hat so seine Vor- und Nachteile.

Wenn die Kinder noch ganz klein sind, muss man noch nicht mit ihnen argumentieren. Wenn sie etwas größer sind, dann haben sie auf einmal einen eigenen Willen, nehmen dafür aber immer noch so wenig Platz in Anspruch, dass man sie zum Schlafen quer legen kann. Kinder im Schulalter verstehen mehr, was vor sich geht und sind geduldiger, brauchen aber auch mehr Platz.

Unsere Kinder sind wahre Mini Globetrotter, denn sie sind schon oft geflogen. Übung macht den Meister! Sie wissen genau, was sie erwartet, freuen sich auf das Erlebnis und das Unterhaltungssystem, lieben das Reisefieber. Jeder Schritt durch den Flughafen – Einchecken, Sicherheitskontrolle, Passkontrolle – ist ein Abenteuer und gleichzeitig ein bekanntes Ritual.

Es lohnt sich also, früh mit dem Fliegen zu beginnen.

Tipps für die Buchung

Unsere Langstreckenflüge suchen wir uns immer so bequem wie möglich aus. Dazu gehört eine zügige Anbindung und eine Fluggesellschaft, die sich auf langen Strecken und mit Kindern bewehrt hat.

Emirates Airlines zum Beispiel kümmern sich sehr gut um kleine Passagiere, und Singapore Airlines hat ein tolles Unterhaltungssystem. Die Geschenke von Thai Airways hingegen waren erschreckenderweise kleine Koffer voller Süßigkeiten – schön für die Kinder, eine Belastung und viel Ärger für uns.

Bei Flügen, bei denen umgestiegen wird, ist es wichtig, dass ihr euch genug Zeit einplant je nach Größe des Flughafens, aber gleichzeitig auch nicht zu lange, damit die Kinder nicht zu störrisch werden während der Wartezeit.

Auch die Abflugzeit sollte beachtet werden. Nachtflüge sind definitiv zu bevorzugen, denn die natürliche Uhr der Kleinen lässt sie zusammen mit der Dunkelheit in der Kabine und dem Summen der Motoren recht problemlos einschlummern. Aber wenn der Flug nicht nachts stattfinden kann, dann möglichst den Morgenflug vermeiden, denn übermüdete Kinder sind weniger leicht zu managen als ausgeschlafene.

Schneidet euch den Flug passend zurecht

Vergesst nicht, bereits bei der Buchung Kindergerichte mit zu bestellen, denn die Fluggesellschaften bieten meist kinderfreundliche Varianten an. Unser Großer ist allerdings so pikierlich, dass selbst das nicht funktioniert. Deshalb probieren wir beim nächsten Flug mal den Obstteller als Alternative aus.

Viele Fluggesellschaften haben eine unglaubliche Breite an Gerichten zur Auswahl, um den religiösen oder medizinischen Ansprüchen der internationalen Klientel gerecht zu werden. Es lohnt, auf der Webseite der entsprechenden Fluggesellschaft einmal nachzuschlagen, was es alles an Möglichkeiten gibt. Auch Babygläser sind oft verfügbar.

Reserviert euch, wenn möglich, ein Kinderbett im Flugzeug. Zwar muss bei Turbulenzen das Baby wieder herausgenommen werden, aber es ist doch eine enorme Erleichterung für die Eltern, das Baby zum Schlafen weglegen zu können.

Fliegt ihr zu dritt oder zu viert, sichert euch eine Reihe von Sitzen (also in der Mitte, wenn zu viert, am Rand, wenn zu dritt). So kann man die Kinder zum Schlafen auch mal quer legen. Als Silke letztens mit zwei Kindern allein fliegen wollte, sollte zwischen die Sitze der Gang gelegt werden. Sie hat sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt und konnte dann doch noch beim Checkin umplatziert werden.

Die Mini Globetrotter sind auf alles vorbereitet

Die Mini Globetrotter sind auf alles vorbereitet.

Bereitet euch gut vor

All die Probleme, die Kinder auch während eines ganz normalen Tages euch entgegen werfen können, werden auch auf einem Langstreckenflug auftreten. Und mehr. Deshalb ist es wichtig, dass man sich gut vorbereitet. Es ist uns immer ein Rätsel, wie Eltern noch nicht einmal einen Block und Stift mit sich herumtragen können, wenn es auf Reisen geht.

Die drei wichtigsten Faktoren, über die ihr euch Gedanken machen müsst, sind folgende: Müdigkeit, Hunger und Langeweile. Wir hatten bei unserem ersten großen Flug mit den Mini Globetrottern eine Riesentasche im Handgepäck dabei, um genau diese Probleme gezielt angehen zu können.

Tipps bei Müdigkeit

Müdigkeit wird unweigerlich auf einem Langstreckenflug mit Kindern zum Thema werden. Uns wurde damals, als die Kinder noch richtig klein waren, angeraten, einen Pyjama mitzunehmen, damit die Kinder für die Bettzeit in die richtige Stimmung kommen. Und das war gar nicht so verkehrt, denn die Routine des Umziehens und Zähneputzens half uns, die Kleinen in die Schlafphase des Fluges zu überführen.

Heute achten wir vor allem darauf, dass alle schön bequem angezogen sind. Unser Mädchen mag besonders ihre Kuscheldecke und ein Wolkenkissen, und selbst der Große mit seinen 10 Jahren fordert immer noch ein Schnuffeltier ein. Ansonsten hilft bei größeren Kindern nur das strickte Durchsetzen von vernünftigen Schlafzeiten. Leider sind die Versuchungen von Unterhaltungssystemen und iPads sehr groß. Es hilft, mit den Kindern den Ablauf und die Einteilung des Zeit genau durchzusprechen, damit sie verstehen, dass es wichtig ist, zu bestimmten Zeiten sich auch mal auszuruhen.

Packt auch Sachen zum Wechseln ein für eventuelle Unfälle, Verschwitzen oder sonstige Probleme, sowie warme Socken oder eine Jacke gegen die Klimaanlage.

Verpflegung an Bord

Hunger bekämpft man am besten mit einer Reihe von Snacks, die ihr am besten selbst mitbringt. Nicht zu süß und nicht zu salzig sollte es sein. Frisches Obst, trockene Plätzchen oder das geliebte Butterbrot können Wunder wirken. Leere Mägen sind leider anfällig für Reisekrankheit – wir können ein Lied davon singen. Übrigens kann man sich oft kleine Snacks auch bei der Bordküche abholen. Eine gute Möglichkeit, sich mal die Beine zu vertreten, was sowieso in regelmäßigen Abständen passieren sollte.

Unser Großer ist sowieso schon schwierig mit dem Essen, aber in der Luft verändert sich noch einmal die Geschmackswahrnehmung, und so kriegen wir fast nichts mehr über seine Lippen, was meist in Erbrechen endet. Beim Zwischenstopp muss dann also wieder aufgetankt werden, notfalls mit einer morgendlichen Pizza oder einem scharfen Thai-Curry (wir stellen seine Wahl da nicht mehr in Frage und nehmen, was kommt).

Nehmt auf jeden Fall leere Trinkflaschen mit, die ihr auf dem Flug dann auffüllen könnt. Denn das Fliegen trocknet den Körper aus und es ist gut, wenn die Kinder selbstständig rehydrieren können. Babymilch müsst ihr höchstwahrscheinlich selbst mitbringen, und bereitet euch schon mal darauf vor, dass euer Babyfläschchen eventuell von der Crew nicht aufgewärmt wird.

Der Kampf gegen die Langeweile

Langeweile zu bekämpfen kann schwierig sein, besonders bei kleineren Kindern. Die Anschaffung eines iPads ist eigentlich dieser Tage schon unabdingbar. Ihr könnt so ein Ding vollladen mit Spielen und Filmen, und die Kleinen werden entzückt sein. Vergesst nur nicht das USB-Ladekabel, damit die Batterie nicht komplett leergesaugt wird.

Andere Dinge neben dem Unterhaltungssystem an Bord, das sicherlich auch seine Reize hat, sind Mal- und Rätselhefte, Bücher, Magnetspiele und Kartenspiele. Das iPad jedoch mit seiner unendlichen Vielzahl an Möglichkeiten ist immer noch ein Geschenk der Götter und darf auf keinem Langstreckenflug fehlen. Die Gefahren von Elektronik bei Kinderhirnen hin oder her, am Ende siegt das unterhaltene und glückliche Kind und das Glück der mitreisenden Passagiere.

Es lohnt, beim Boarding abzuwarten

Es lohnt, beim Boarding abzuwarten.

Tipps zum Boarding

Nach der ersten Klasse und der Business-Klasse kommen immer die Familien mit Kindern und Passagiere, die Hilfe benötigen. Stürzt ihr euch also gleich auf das Gate? Das wäre vielleicht gar nicht so klug! Denn es gibt kaum etwas anstrengenderes als Kinder, die es sich innerhalb von zwei Sekunden in ihrem Flugzeugsitz bequem gemacht haben, dann aber noch eine halbe Stunde warten müssen bis es los geht. Und noch eine weitere Viertelstunde bis endlich das Unterhaltungssystem angeschmissen wird.

Bleibt also ruhig noch ein wenig länger in der Lounge sitzen, wo die Kinder sicherlich sowieso das iPad auf dem Schoß haben und prima abgelenkt sind. Behaltet aber natürlich das Gate im Auge, ihr wollt schließlich nicht den Flug verpassen!

Wenn es dann zum Borden kommt, verstaut alle wichtigen Dinge in strategischen Positionen in den Taschen vor euch und unter den Sitzen des Vordermanns. Kinder haben glücklicherweise kurze Beine, und so kann man das meiste Handgepäck griffnah verstauen. Denkt daran, dass Kinder auch mal ungefragt einschlafen, und dann wäre es schön blöd, nicht an alles gleich herankommen zu können. Das ist übrigens auch ein hilfreicher Tipps für die Wahl der Sitzplätze – ihr wollt sicherlich nicht auf den Klogang verzichten, wenn das Kind im Weg liegt und schläft.

Trinkflaschen gehören griffbereit, ebenso wie das iPad und alle Kuscheltiere. Checkt, ob ihr die Kotztüten findet, dann zieht den Kindern die Schuhe aus. Die brauchen sie erstmal nicht.

Auch Süßigkeiten gehören ins Handgepäck

Jetzt ist nicht der Zeitpunkt für pädagogische Prinzipien. Wenn ihr wollt, dass eure Kinder euch gehorchen, wenn ihr gutes Verhalten belohnen wollt, dann helfen kleine Schmankerl ungemein. Das Wegnehmen des iPads bei schlechtem Benehmen könnte leicht einen gegenteiligen Effekt haben.

Die ungezogensten Kinder sind übrigens immer die, die keine Aufmerksamkeit von ihren Eltern bekommen. Nehmt euch Zeit für eure Kinder, Leute! Erklärt ihnen die Welt um sie herum, kuschelt sie, wenn sie müde sind, und nehmt Rücksicht auf ihre Gefühle. Fliegen ist anstrengend, nicht nur für Erwachsene. Und Kinder können Ängste, Frustrationen oder Schmerzen oftmals noch nicht besonders gut ausdrücken.

Apropos Schmerzen: Kinderohren leiden sehr bei Start und Landung aus dem gleichen Grund, warum Kinder häufiger als Erwachsene Ohreninfektionen kriegen. Die Hörkanäle sind so klein, dass sie sich durch den Druckunterschied bei Start und Landung verschließen, was als sehr schmerzhaft empfunden wird. Bei Babys wird daher geraten, dass man die Brust gibt oder das Fläschchen, ältere Kinder können Dauerlutscher oder sogar Kaugummi als Gegenmittel ausprobieren.

Und so bitte nicht

Wir verstehen ja, dass Bordtoiletten in Flugzeugen nicht viel Platz bieten. Wir waren selber da und mussten einem Kleinkind auf der Toilette stehend die Windel wechseln. Es geht aber, wenn man sich selbst nur Mut zuredet. Somit vermeidet ihr auch die unangenehme Situation, in der wir uns befunden haben, als die Familie neben uns einem Baby die Windel wechselte – auf dem Sitz! Und das direkt neben uns, während wir noch aßen. Na, guten Appetit!

Seid also Rücksichtsvoll mit euren Sitznachbarn. Stellt euch vielleicht kurz vor und sammelt Gummipunkte, bevor der ganze Quatsch losgeht. Wir haben schon oft Komplimente nach dem Flug bekommen für unsere „wohlerzogenen“ Kinder. Die meisten Mitpassagiere haben Verständnis, wenn man sich sichtbar um den Nachwuchs bemüht und Ruhe ausstrahlt.

Wir wünschen eine Guten Flug!

Weitere Artikel, die euch interessieren könnten

Tipps für den Jetlag bei Erwachsenen und Kindern

So überlebt ihr einen Roadtrip mit Kindern

Pleiten, Pech und Pannen: Eigentlich sollte ich niemals fliegen

Weitere Reisetipps

AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat. Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa. Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

No Comments

Kommentar verfassen

Abonniere unseren Newsletter!


Tipps, Tricks und Geschichten zu Familienreisen nah und fern. Gewürzt mit tollen Bildern und gespickt mit vielen eigenen Erfahrungsberichten.

Lass dir die neuesten Artikel wöchentlich per E-Mail zuschicken. Wir versprechen, das bleibt unter uns ;)


Impressum/Datenschutz

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen