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Orakei Korako

Der Ort der Zierde: Orakei Korako in Neuseeland

  |   Neuseeland   |   18 Comments

Orakei Korako… lasst euch das mal über die Zunge rollen. Klingt das nicht herrlich? Steckt da nicht jede Menge Versprechen drin, eine Ahnung von einem verlorenen Land, die Versuchung magischer Begegnungen?

Wir besuchten Orakei Korako, den Ort der Zierde in der Sprache der Maoris, während unseres Roadtrips mit den Mini Globetrottern in Neuseeland. Dabei war der Ort ein absoluter Zufallsfund in einer Gegend, die berühmt ist für ihre geothermale Aktitvität.

Hier gibt es viele geothermale Attraktionen, die um die Aufmerksamkeit der Besucher buhlen, die meisten davon mit wunderschönen fantasievollen Namen: das „Tor zur Hölle“ (Hell’s Gate), „Schwarzwasser“ (Waimangu), „Heiligwasser“ (Waiotapu) und „Rauschende Wasser und dampfende Schlote“ (Te Puia).

Wenn man Lonely Planet Glauben schenken darf, dann ist Orakei Korako “possibly the best thermal area left in New Zealand and one of the finest in the world” (also die beste in Neuseeland und eine der besten der Welt), und daher fiel es uns leicht, unsere Wahl auf diese Attraktion fallen zu lassen trotz der zahlreichen anderen geothemalen Versuchungen im Umland von Rotorua. Und wie sich dann herausstellte, was Orakei Korako tatsächlich eines der Highlights bei unserem Neuseelandbesuch.

Blick über den See auf das geothermal aktive Gelände

Blick über den See auf das geothermal aktive Gelände

Orakei Korako: Ankunft in einem magischen Land

Wenn man Orkai Korako besuchen möchte, muss man den wunderschönen Lake Ohakuri überqueren. Dieser See wurde 1961 von Menschen erschaffen, um als Stausee Wasserkraft an die umliegendenden Gemeinden zu liefern. Ein herrlich stiller See, ansich schon eine Reise wert.

Allerdings müssen wir auch dazu sagen, dass die Anstauung des Sees dazu geführt hat, dass zwei der größten Geysire der Welt in dem Prozess von dem Wasser geflutet wurden. Einer davon war der Orakeikorako-Geysir, dem die Gegend letztlich den Namen gegeben hatte.

Mit der Eintrittskarte ist die Fahrt mit der kleinen Besucherfähre zum anderen Seeufer inbegriffen. Von hier beginnt dann die eigentliche Reise.

Eine Reise in das Land der Sinne. Denn begrüßt wird man am anderen Seeufer prompt mit dem typischen nach faulen Eiern riechenden Schwefelgestank. Warmer Wasserdampf liegt in dicken Wolken auf den Holzwegen, die in das Gelände führen. Rund um uns herum blubbern Schlammlöcher und rauschen kleine Geysire. Die Silikatterrassen vor uns erstrahlen im hellen Licht der Sonne in einer ganzen Palette von Farben. Sie waren über Hunderttausende von Jahren mittels unkontrollierbarer tektonischer Aktivität entstanden.

Von zahlreichen Aussichtspunkten aus haben wir einen tollen Ausblick auf diese ganzen Teile, die in ihrer Gesamtheit die Einzigartigkeit von Orakei Korako ausmachen.

Die riesigen Silkatterrassen schillern in bunten Farben

Die riesigen Silkatterrassen schillern in bunten Farben

Silikatterrassen, Schlammlöcher, Geysire

Der Weg führt uns vorbei an den Emerald Terraces, also den „Smaragdterrassen“, die direkt neben dem Bootsanleger in den See „fließen“. Algen bedecken die Oberfläche der Mineralterrassen und verleihen ihnen diese besonders grüne Farbe. Wenige Meter weiter kommen wir an den riesigen Rainbow („Regenbogen“) und Cascade („Stufen“) Terraces vorbei. Beide sind kunterbunt in einer in Stein festgefrorenen Fließbewegung.

Doch in Orakei Korako ist eigentlich nichts fest in Stein gehauen. Die Aktivität ist immer noch sehr akut hier. Sie verändert die Landschaft ständig. Geysire brechen auf und verschwinden wieder. Die Bedingungen können sich jederzeit radikal und ohne Vorwarnung ändern. Die Soda Fountain, zum Beispiel, eine kochende Quelle, ruhte ganze 17 Jahre lang bis sie auf einmal 1984 wieder zum Leben erwachte.

Die Soda Fountain macht, was ihr gefällt

Die Soda Fountain macht, was ihr gefällt

Leben und Tod liegen hier nah beieinander

Trotz all der Gefahren und schwierigen Umstände haben sich in dieser Gegend vor Hunderten von Jahren Maorifamilien angesiedelt, und sie leben hier noch heute. Für sie bietet Orakei Korako Wärme und praktischen Nutzen im alltäglichen Leben. Und doch ist es natürlich trotz all des Wissens um die Vorzüge des Ortes ein feiner Grat zwischen Leben und Tod.

An der Artist’s Palette (also „Künstlerpalette“ wegen der tollen Farbgebung) beobachten wir aus erster Hand, wie das Wasser in den Pfützen blubbert und heißer Dampf aufsteigt. Wie ein von der Natur gemachter Kochtopf, der tödlich sein kann, wenn man ihm zu nahe kommt.

Wir sehen Holzbalken und Pflöcke, die von Schlammpfützen vereinnahmt wurden, die sich urplötzlich und ohne Vorwarnung aufgetan haben. Links und rechts von uns sehen wir entlang des leicht erhöhten Holzweges tiefe dampfende Löcher, oftmals nicht breiter als ein Fuß, und dabei nicht weniger gefährlich als die großen Löcher, auf die wir von den Aussichtsterrassen aus blicken.

Das Gelände ändert sich hier ständig und ohne Vorwarnung

Das Gelände ändert sich hier ständig und ohne Vorwarnung

Die verwunschene Blaue Grotte

Doch der Blick auf die riesigen Silikatterrassen von Orakei Korako ist nur ein Teil der Attration. Eine weitere Sehenswürdigkeit, die man beim Besuch ganz einfach mitnehmen muss, ist die seltsam mysteriöse Höhle Ruatapu Cave.

Eine Grotte, die in blauen Farbtönen schimmert, denn das Wasser ist schwefelreich. Man nennt es auch den Pool of Mirror, also das „Spiegelbecken“. Ein Schild erklärt, dass sich hier angeblich die Seele eines gefallenen Soldaten aus dem 2. Weltkrieg herumtreibt, während seine sterblichen Überreste irgendwo in der libyschen Wüste ruhen. Die Höhle ist eine von nur zweien, die in geothermalen Gegenden bekannt sind. Ein toller, unvergesslicher Anblick.

In der blauen Grotte soll es spuken

Der Zauberwald aus der Unterwelt

Ein letztes Highlight unseres Besuchs ist der Spaziergang durch die weniger aktiven Bereiche von Orakei Korako. Die, wo komplizierte Pflanzen wie Bäume eine Chance haben zu überleben.

Sie wirken ebenfalls magisch auf uns, mit ihren Pflechten und Moosen, die die Stämme in bunten Farben auf ganz zauberhafte Weise bedecken. Diese niederen Pflanzen, die im Einklang mit der schwefelgesättigten Umgebung überleben, sind ganz besonders angepasst und irgendwie schillernder als anderswo.

Sie verwandeln einen normalen Regenwald in einen Zauberwald, in dem vielleicht sogar magische Wesen leben, die aus der Unterwelt hochkommen und hier Unterschlupf finden.

Der verwunschene Wald mitten im geothermal aktiven Gebiet von Orakei Korako

Der verwunschene Wald mitten im geothermal aktiven Gebiet von Orakei Korako

Infos für Familien und Besucher

Orakei Korako befindet sich auf der Nordinsel von Neusseland ungefähr auf halber Strecke zwischen Taupo und Rotorua. Man muss für den Besuch den Highway verlassen, aber die Strecke ist sehr gut ausgebaut und es gibt einen großen Parkplatz. Wer kein eigenes Gefährt hat, kann einen Shuttleservice aus den beiden Städten nutzen.

Erwachsene zahlen NZD 36,00, Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren NZD 15,00. Das Familienticket kostet NZD 92,00, Kinder unter 6 Jahren frei. Die Gegend ist gut gesichert, selbst wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist. Jedoch können die Holzwege bei Eis oder Nässe rutschig sein, also Vorsicht. Auf der gegenüberliegenden Seeseite, wo der Parkplatz ist, gibt es einen Andenkenladen und eine Cafeteria mit Toiletten.

Mehr Infos hier: Orakei Korako, und mehr Fotos am Ende des Artikels.

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AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat. Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa. Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

18 Comments
  • Kai | Nov 30, 2017 at 3:53 pm

    Toller Bericht, tolle Fotos!
    Wir stecken gerade mitten in der Vorbereitung unserer Weltreise, die uns auch nach Neuseeland bringen wird und dabei steht nun definitiv auch dieser Ort auf dem Wunschprogramm!
    Ja, und unser Sohn und seine Freundin fliegen schon im kommenden Februar – denen schicke ich jetzt gleich mal einen Link!

    • miniglobetrotter | Nov 30, 2017 at 4:02 pm

      Super! Wir wünschen viel Spaß! Landschaftlich ist Neuseeland wohl das schönste Land, das wir je gesehen haben. Wie ein Garten Eden.

  • DieReiseEule | Nov 30, 2017 at 4:16 pm

    Neuseeland ist immer eine Reise wert. Ich war letztes Jahr zum zweiten Mal dort (diesmal allerdings nur Südinsel) und bin wieder und immer noch geflasht. Der liebe Gott hat sich hier besonders viel Mühe gegeben.

    Es grüßt
    DieReiseEule

  • giuliablack | Nov 30, 2017 at 4:17 pm

    Wow, schöner Beitrag und wahnsinnig schöne Fotos!
    Solch tolle Farben und Kontraste. Sowas macht mich glücklich 🙂
    Neuseeland habe ich persönlich sonst so gar nicht auf dem Schirm, bin eher der Asien- und Skandinavien-Mensch, aber es sieht wirklich toll aus!

    Ganz liebe Grüße aus Singapur!
    Michelle

    • miniglobetrotter | Nov 30, 2017 at 4:28 pm

      Hallo Michelle, Danke für deinen Kommentar. Ja, Farben machen uns auch immer glücklich! Neuseeland solltest du da echt mal genauer anschauen. Ist ja auch gar nicht mehr sooooo weit weg von Singapur.

  • Daniela | Nov 30, 2017 at 5:18 pm

    Wow! Wirklich beeindruckend! Neuseeland war sowieso schon ganz oben in meiner Bucketlist. Jetzt noch mehr!
    Schöne Bilder und ein schöner Bericht. Jetzt möchte ich da bitte auch sofort hin 🙂

    • miniglobetrotter | Nov 30, 2017 at 5:19 pm

      Danke Daniela! Na, nichts wie hin! Du wirst es nicht bereuen 🙂 Neuseeland ist super!

  • Pia | Nov 30, 2017 at 5:27 pm

    Wow, der Zauberwald sieht wirklich absolut magisch aus! So tolle Fotos und mega interessant.
    Neuseeland steht auch auf jeden Fall noch auf meiner Bucketlist!
    Lieben Gruß!

    • miniglobetrotter | Nov 30, 2017 at 5:28 pm

      Vielen Dank, liebe Pia!

  • Gudrun | Nov 30, 2017 at 5:39 pm

    Es wird wirklich Zeit, dass ich nach Neuseeland komme. Der Zauberwald gefällt mir auch am besten…

    • miniglobetrotter | Dez 1, 2017 at 2:53 pm

      Na, nichts wie hin! Landschaftlich ist Neuseeland wirklich atemberaubend schön.

  • Urlaubsreise.blog | Nov 30, 2017 at 6:20 pm

    Ein sehr schön geschriebener Artikel, der sofort mein Fernweh weckt. Und die tollen Bilder machen es nur noch schlimmer 😂. Vielen Dank für die Inspiration.

    • miniglobetrotter | Dez 1, 2017 at 2:53 pm

      Vielen Dank für deine lieben Worte

  • Marlene | Nov 30, 2017 at 6:40 pm

    Hallo Silke,

    so viele Ziele auf meiner Reise-to-do-Liste und du hast mich grad noch einen adden lassen. Danke für die schönen Zeilen und die lustmachenden Bilder. Der Zauberwald hat es mir dabei besonders angetan. Hach, da wäre ich jetzt auch gerne.

    Lieben Gruß Marlene

    • miniglobetrotter | Dez 1, 2017 at 2:53 pm

      Klasse, das freut mich!

  • inaaltoet | Dez 3, 2017 at 5:54 pm

    So ein toller und informativer Bericht. Da bekommt man sofort Lust die Koffer zu packen.

    LG aus Norwegen
    Ina

    • miniglobetrotter | Dez 3, 2017 at 6:59 pm

      Vielen Dank, liebe Ina! Warst du schon einmal in Neuseeland? 🙂

      • inaaltoet | Dez 3, 2017 at 7:07 pm

        Nein noch nicht.

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