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Keltenburg Castro de Baroña in Galizien

Castro de Baroña: Keltenfestung an der galicischen Küste

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Auf unserem Portugal- und Spanienrundtrip mit unseren Mini Globetrottern stießen wir eines Tages in Galicien auf die Ruinen einer alten Keltenfestung. Ein kurzer Blick auf die Beschreibung im Internet reichte und wir waren sofort hin und weg. Das mussten wir uns genauer angucken!

Nicht nur ist das Castro de Baroña spektakulär gelegen. Es sieht auch noch gut aus. Mysterious beinah, und seltsam fremd.

Auf dem Weg zur Festungsruine

Auf dem Weg zur Festungsruine.

Unserer Besuch der Festungsruine mit den Kindern

Die Festungsruine zu finden, ist gar nicht so schwer. Sie befindet sich an der galicischen Küste gleich hinter Porto do Son. Man parkt ganz einfach auf dem kleinen Parkplatz, nimmt am Informationshäuschen eine Karte und Broschüre mit, und los geht’s. Kein Eintritt zu zahlen, keine Zäune, die einen zurückhalten könnten.

Ganz so einfach ist der Besuch dann zwar doch nicht, denn wir mussten uns erstmal den Weg zum Wasser hinunterkämpfen. Uns an den Händen halten, damit wir nicht ausrutschen und fallen. Rutschiges Geröll umgehen und unwegsame Stufen hinabsteigen. Aber es geht, auch mit Kindern.

Der Weg schlängelt sich durch einen dichten Pinienwald.

Der Weg schlängelt sich durch einen dichten Pinienwald.

Das Gute bei so einer halsbrecherischen Anreise ist ja, dass man sich Zeit nimmt. Zeit, um die würzigen Nadeln des Pinienwaldes zu riechen. Zeit, um die Grillen bei ihrem sommerlichen Zirpkonzert zu hören. Zeit, um den Blick über die stoppeligen Weiden gleiten zu lassen.

Man kann es kaum glauben, während man sich so vorwärts kämpft, dass man eigentlich dem Meer schon unglaublich nah ist. Irgendwo da, hinter der nächsten Biegung, erwartet uns die unendliche Weite des rauen Atlantik. Fast unmerklich kann man es spüren, bis dann auf einmal die Bäume den Blick freigeben auf eine wilde und vergessene Landschaft, die die Kelten einmal ihr Zuhause nannten.

Die Mini Globetrotter halten den Augenblick gebührend fest.

Die Mini Globetrotter halten den Augenblick gebührend fest.

Eine Szenerie wie aus dem Bilderbuch

Hoch oben auf dem Plateau bleiben wir erst einmal stehen und nehmen die Weite der Landschaft in uns auf. Die Szenerie ist wirklich einzigartig und atemberaubend schön. Zu unserer Linken befindet sich ein breiter Naturstrand, völlig unverbaut und naturbelassen. Wie gemalt liegt er da, eine gelbe Sichel aus Sand, auf die die Wellen im stetigen Rhythmus rollen.

Lose Steine umrahmen die Bucht, einige von ihnen mit einer dicken grünen Schicht Seegras bedeckt. Die Intensität dieses Grüns kommt uns bekannt vor, doch wo haben wir so etwas schon einmal gesehen?

Rechterhand ist die Landschaft ganz anders. Rauer und unwirtlicher. Schwarze Klippen und Steilwände, bedeckt mit orangenen Flechten und trockenen Grasbüscheln. Am Fuße der Klippen rauscht und spült es so dahin, Schaum und Flocken tanzen auf den Wellenkronen. Auch dies wirkt seltsam bekannt.

Ein wenig so wie Schottland, wenn es von der Sonne geküsst wird. Oder Irland an einem heiteren Tag. Wales, mit seinen unbewohnten und einsamen Klippen, von denen sich Seemöwen kreischend in die Tiefe stürzen.

Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch

Die galicische Küste: eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch.

Castro de Baroña, das antike Fort an der wilden Atlantikküste

Unser Ziel ist das, was sich zwischen dem Strand und den Klippen befindet. Ein Felsvorsprung, der durch eine Sandbank mit dem Festland verbunden ist. Auf den ersten Blick nichts weiter als ein Haufen Steine. Doch auf den zweiten Blick erkennt man plötzlich kreisrunde Strukturen. Fundamente, von Hand gemacht. Wenige Zentimeter hohe Steinkreise, die einmal der Beginn von Häusern waren. Mehr als ein Dutzend davon liegen wie Ringe auf der kleinen Halbinsel.

Was wir vor uns sehen, ist eine alte Festung, Heimat der Kelten. Ähnlich zu dem, was wir schon woanders gesehen haben, aber die kreisrunden Strukturen sind schon etwas Besonderes.

Je näher man kommt, desto besser kann man die kreisrunden Strukturen ausmachen.

Je näher man kommt, desto besser kann man die kreisrunden Strukturen ausmachen.

Die Kelten haben sich wirklich einen wunderschönen Ort zum Leben ausgesucht. Die Wildheit der Natur an diesem Abschnitt der Atlantikküste schreckte sie nicht ab. Sie gründeten das Castro de Baroña und siedelten ihre Familien in diesem kreisrunden Häusern an. Drumherum zogen sie schwere Verteidigungsmauern und einen tiefen Graben. Hinter ihnen gab das Meer ihnen Schutz.

Die Zeiten müssen gefährlich und grausam gewesen sein, als die Kelten hier ihre Festung erbauten. Der Ort wirkt zwar wunderschön, aber auch unwirtlich. Von allen Orten, die man hier in Galicien finden konnte, wählten diese Menschen den Platz, den man am besten gegen andere Stämme und Völker verteidigen konnte.

Wilde Klippen an der Atlantikküste.

Wilde Klippen an der Atlantikküste.

Das mysteriöse Volk der Kelten

Man weiß nicht besonders viel über das Volk der Kelten, außer, dass man anfänglich wahrscheinlich ein ziemliches falsches Bild von ihnen hatte. Die Schlüsselszene, als der Sheriff von Nottingham die Kelten zu Hilfe ruft, um den Gesetzlosen im Sherwood Forest den Garaus zu machen, und ihr barbarisches Auftreten im zivilisierten England, ist wohl der am stärksten verbreitete Eindruck, den man von den Kelten bekommen kann.

Dabei hat die historische Geschichtsschreibung ihnen Unrecht getan. Die Kelten selbst hinterließen keine schriftlichen Zeugnisse über sich, und so bleiben nur die Augenzeugenberichte von Außenseitern, vor allem die der Römer, die ja sowieso alles verteufelten, was nicht römisch war. Dabei waren die Kelten kulturell äußerst fortgeschritten. Das sieht man vor allem in dem Schmuck und der Keramik, die sie hinterlassen haben.

Und diesen Sinn für Ästhetik findet man selbst in der Festungsruine von Castro de Baroña wieder. Die runden Kreise ähneln den Ringen auf einem Oktopusarm, sie sind eigentümlich organisch. Sie liegen eng beinander und bilden so eine Art Labyrinth, dessen scheinbar magische Energie wir nun mit den Kindern genauer erkunden wollen.

Zusammen mit den Kindern erkunden wie diese Strukturen, die noch aus der Eisenzeit stammen.

Mit den Kindern alte Geschichte spannend erkunden

Wir durchqueren also das kleine Plateau und machen uns auf den Weg zur Festung. Viele Wege durch das Gras führen dorthin, Trampelpfade von Hunderten von Besuchern, die die Ruine schon vor uns da waren. Es gibt keinen vorgeschriebenen Weg, der gesamte Ort ist herrlich frei und einladend gestaltet. Hier gibt es keine Aufpasser und keine Verbotsschilder, keine Zäune und keine Warnhinweise.

Wir genießen diese unerwartete Freiheit – wo findet man so etwas noch in Europa? Es bietet uns die Möglichkeit, diese Stätte ganz auf eigene Faust zu erkunden, in unserem eigenen Tempo und in der Reihenfolge, die uns so vorschwebt. Wie passend eigentlich, wenn man bedenkt, wie wild und ursprünglich auch die Natur um uns herum noch ist.

Einige Verteidigungsstrukturen sind noch gut erkennbar.

Einige Verteidigungsstrukturen sind noch gut erkennbar.

Unsere Schuhe drücken sich tief in den Sand ein, als wir die kleine Landzunge überqueren. Dabei kommen wir an der alten Verteidigungsmauer vorbei, die gleich in einem tiefen Graben endet. Früher bot diese Konstruktion mehreren Hundert Menschen Schutz, heute blühen Wildblumen in den Fugen zwischen den Steinen.

Weiter geht es durch die Überreste eines Tores, und dann sind wir auch schon drinnen. Die kreisrunden Strukturen der Hausfundamente sind sehr gut sichtbar von hier, und die Kinder erkunden diese ausgiebig auf ihre Weise. Andere Besucher erklettern die hoch aufragenden Felsen und machen Fotos von oben, von der Landschaft, von sich selbst. Uns ist das zu wagemutig, wir bleiben lieber am Boden.

Aber das tut dem Erlebnis keinen Abbruch. Um uns herum hören wir das Tosen der Brandung. Wir stellen uns vor, dass dieses Rauschen genauso klingen muss wie vor 2,000 Jahren, als hier noch Menschen gelebt haben.

Viele Besucher klettern auf die Felsen für einen noch besseren Blick.

Viele ungeklärte Fragen bleiben

Warum haben die Kelten diesen Ort verlassen, und wohin sind sie gegangen? Wir wissen es nicht. Aber wir können uns auch nicht vorstellen, dass diese Leute den Ort freiwillig verlassen haben. Die Felsen von Baroña boten ihnen ausreichend Schutz in kriegerischen Zeiten. Das Meer und der Wald waren gute Nahrungsquellen.

Die Kelten selbst haben uns keine Schriften hinterlassen. Vielleicht werden wir daher niemals erfahren, was ihnen an dieser Stelle zugestoßen ist. Es sind diese offenen Fragen und dieses Mysterium, was dafür sorgt, dass unser Besuch des Castro de Baroña mit den Kindern zu so einem unvergesslichen Erlebnis wurde.

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AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat. Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa. Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

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