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Blick über die Stadt Cadíz

Cádiz für einen Tag: Andalusien mit Kindern entdecken

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Ihr plant einen Urlaub in Andalusien und sucht noch nach Ideen für familienfreundliche Unternehmungen? Cádiz an der andalusischen Atlantikküste ist eine ganz fantastische Wahl für einen Tagesausflug. Von der Costa del Sol aus erreicht man die Stadt in ungefähr 2,5 Stunden – das ist also absolut machbar. Und das Schöne dabei: Cádiz bietet etwas für Jung und Alt.

Wir stellen euch 5 zentrale Punkte vor, die man mit Kindern prima erkunden kann – oder auch ganz ohne Anhang, ganz wie ihr wollt! Schöne Ausblicke, tolle Bauwerke, lebhafte Plätze, erfrischende Brisen – hier werdet ihr all das finden, und noch vieles mehr.

Ein weiterer Vorteil übrigens, der für Cádiz spricht: Im Gegensatz zu den touristisch überaus interessanten andalusischen Städten im Inland wie zum Beispiel Córdoba, Granada und Sevilla, ist das am Meer gelegene Cádiz meist ein wenig „kühler“ und daher eher erträglich. Das gilt natürlich ganz besonders für den Hochsommer. Außerdem gibt es gleich neben dem Stadtzentrum einen kleinen Strand, an dem man sich bei Bedarf ein wenig abkühlen kann.

Planung und Anfahrt

Ganz besonders schön ist die Anreise von Süden kommend über die N-340 und durch den Parque National del Estrecho, von wo aus man die tollsten Ausblicke auf die gegenüberlegende Küste Afrikas werfen kann.

Der Blick nach Afrika von Parque Natural del Estrecho

Der Blick nach Afrika vom Parque Natural del Estrecho

Vorsicht: Sollte der warme Levante-Wind vorherrschen, kann es auch in Cádiz unangenehm werden. Deshalb vor dem Besuch unbedingt einmal kurz den Wetterbericht prüfen!

Tipp: Geparkt haben wir nach unserem letzten Besuch direkt hinter dem Stadttor an der Avenida del Puerto gleich nach Ankunft auf der Halbinsel, auf der der alte Stadtkern liegt. Dort stand das Auto sicher, schattig, und relativ preiswert am Straßenrand. Von hier aus ist es dann nicht mehr allzu weit bis in die Altstadt von Cádiz.

Cadíz ist praktischerweise am Meer gelegen, was im Sommer hilfreich sein kann

Cádiz ist praktischerweise am Meer gelegen, was im Sommer hilfreich sein kann.

Warum eigentlich Cádiz?

Cádiz gilt als eine der ältesten Städte Westeuropas. Die Römer waren schon hier, später auch die Phönizier und die Kartharer. Zwar geriet die Stadt im Mittelalter wieder in Vergessenheit, aber immerhin segelte Christoph Columbus von einem kleinen Ort auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht aus gen Westen auf der Suche nach Indien.

In früher Neuzeit wurde ein Großteil des spanischen Amerikahandels hier abgewickelt, was der Stadt einen immensen Reichtum bescherte. Das erkennt man auch heute noch sehr gut am barock geprägten Stadtbild.

Es ist diese Mischung aus Geschichte, Exotik, Baukunst, Meeresaroma und den vielen einladenden Plätzen voller Tische und Stühle, die einen Ausflug nach Cádiz lohnenswert machen.

Der Turm auf dem Dach des Bürgeramts von Cadíz

Der Turm auf dem Dach des Bürgeramts von Cádiz.

1. Die Altstadt

Wir beginnen unseren Tag in Cádiz mit einem Spaziergang durch die Altstadt. Diese ist fast komplett frei vom motorisierten Verkehr, was das Erkunden zur Wonne macht – besonders wenn man mit Kindern unterwegs ist.

Unsere erste Sehenswürdigkeit ist eine aus Ziegeln erbaute Zigarrenfabrik – erstes Zeichen dafür, dass Cádiz einmal ein wichtiger Warenumschlagplatz für Erzeugnisse aus dem fernen Amerika war. Heute ist hier der Kongresspalast untergebracht.

Wir folgen der Straße und finden uns bald an einem Platz wieder, dem Plaza de San Juan de Dios. Nur einer der zahlreichen Plätze der Stadt, wie wir noch feststellen werden. Die Palmen und die große Statue sowie die neoklassizistische Fassade des Rathauses machen diesen Platz zu einem echten Hingucker.

Ayuntamiento in Cadíz - Amt für Bürgerfragen

Ayuntamiento in Cádiz – Amt für Bürgerfragen.

Wir verlieren uns ein wenig in dem charmanten Viertel zwischen diesem Platz und der Kathedrale, dem El Populo. Hier reihen sich die Kneipen und Tapas-Bars vielversprechend aneinander. Leider sind wir noch viel zu früh dran, und mit Kindern ist eine Kneipentour natürlich auch nicht unbedingt machbar, aber wir lieben den Gedanken an die heißen Nächte von Cádiz!

Die Kathedrale von Cádiz ist nun schon gar nicht mehr fern. Die barocke-neoklassizistische Kirche brauchte 116 Jahre bis zur Fertigstellung im 19. Jahrhundert. Auch wenn das Innere die Kinder vielleicht nicht so interessieren mag, der Besuch des Poniente-Turms zählt zu den neuesten Attraktionen der Stadt. Von hier aus soll man einen tollen Ausblick haben. Er war auf jeden Fall gut besucht, als wir davor standen. Der Besuch der Kirche und das Turms kosten jeweils ein paar Euro Eintritt, Kinder erhalten Rabatt.

Kathedrale von Cadíz mit dem begehbaren Turm

Kathedrale von Cádiz mit dem begehbaren Turm.

Weiter geht es bei unseren planlosen Erkundung der Altstadt. Einige Dinge fielen uns dabei ganz besonders auf.

Die vielen, teilweise sehr hübschen Balkone. Die leicht verzierten Metallplatten, die die Häuserecken in besonders riskanten Kurven vor den Autos schützen. Die wunderschönen Patios, die sich hinter den Eingangstüren ganz normaler Wohnhäuser verstecken. Die reich verzierten und beeindruckenden Kaufmannshäuser, die das Stadtbild immer noch prägen. Die Wandgemälde und Kachelbilder mit ihren Knallfarben, die Heilige oder Christus auf vielfältigste Weise darstellen.

Heiligenbild in der Altstadt

Heiligenbild in der Altstadt.

2. Der Torre Tavira und die Camera Obscura

Schließlich erreichen wir den Torre Tavira, eine der bekanntesten Touristenattraktionen von Cádiz und ein absolutes Muss, wenn man mit der Familie hierhin fährt.

Das Stadtbild von Cádiz ist geprägt von seinen Türmen, auch wenn man das von unten betrachtet vielleicht gar nicht so wahrnimmt. Denn meist kann man in den engen Gassen der Altstadt gar nicht sehen, was sich oben auf den Häusern eigentlich noch befindet. Es soll immer noch gut 100 Türme geben, und diese sieht man am besten von einem anderen Turm aus, dem Torre Tavira.

Die Wachtürme gibt es natürlich nicht ohne Grund. Die Überseekaufleute bauten sich diese damals auf die Dächer ihrer Kaufmannshäuser, damit sie von dort aus das Eintreffen ihrer Handelsflotte aus Amerika beobachten konnten.

Dabei sieht jeder Turm ein wenig anders aus – wirklich faszinierend!

Ausblick vom Torre Tavira

Ausblick vom Torre Tavira und Einführung in die Geschichte der typischen Wachtürme der Stadt.

Wenn man den Torre Tavira besucht, der übrigens aus dem 18. Jahrhundert stammt, dann kann man oben von der Dachterrasse aus nicht nur diese tollen Wachtürme sehen, die so typisch für Cádiz sind. Man hat außerdem die Möglichkeit, an einer – leider ein bisschen kurzen – Camera-Obscura-Sitzung teilzunehmen.

Die erste Camera Obscura wurde übrigens schon vor über Hundert Jahren in Edinburgh installiert. Mittlerweile findet man sie an vielen anderen Orten, und sie sind eine beliebte Touristenattraktion.

Bei der Camera Obscura befindet sich die Besuchergruppe in einem abgedunkelten Raum und blickt vor sich auf eine kreisrunde, nach unten gewölbte weiße Scheibe. Dann wird oben im Dach eine Luke geöffnet, sodass Sonnenlicht auf diese Scheibe fällt. Auf einmal sieht man die Stadt vor sich. Fast wirkt es wie ein Foto, das auf diese Scheibe projiziert wird, aber dann erkennt man auf einmal, dass sich viele Dinge im Bild bewegen.

Autos fahren herum, Vögel fliegen daher, Menschen schlendern über die Plätze. Ein überraschender Live-Anblick der Stadt, und man bekommt auf diese Art und Weise eine exklusive Kurzführung, bei der die wichtigsten Bauwerke von Cádiz per Drehung der Scheibe vorgestellt werden. Kurzweilig und unterhaltsam! Der Eintrittspreis von EUR 6,00 ist zwar happig, aber wir finden, es lohnt sich.

Einer der typischen Türme der Stadt

Einer der typischen Türme der Stadt.

3. Die Statuen von Cádiz

Auffällig in Cádiz sind auch die zahlreichen Statuen, die sich überall finden lassen. Gerade mit Kindern kann man da eine Menge Spaß haben – wo ist die nächste Statue? Wer wird da dargestellt? Warum hat man dieser Person eine Statue gewidmet?

Wir fanden auf unserem Rundgang Statuen von vielen lokalen Persönlichkeiten. Da waren zum Beispiel die zigarrendrehenden Frauen neben der alten Zigarrenfabrik und nicht weit davon entfernt die Statue der „Perle von Cádiz“ Antonia Gilabert Vargas, der Flamencosänger Chano Lobato vor dem Flamencomuseum, der Politiker Moret vor dem Rathaus, die Reiterstatue am Plaza de España und viele mehr.

Musikerstatue vor dem Flamencomuseum

Musikerstatue vor dem Flamencomuseum.

4. Zentralmarkt und Blumenmarkt

Spanische Markthallen sind immer einen Besuch wert. Wo sonst kann man ein Land am besten kennen lernen, als durch seine Lebensmittel?

Zu bestaunen gibt es im Mercado Central jede Menge frischen Fisch, aber auch natürlich Fleisch, Obst und Gemüse. Mehr als 100 Stände gilt es zu erkunden, inklusive der dazu gehörenden Gerüche und dem alltäglichen Lärm, wenn die Einheimischen Zutaten für ihr Abendessen einkaufen.

Tipp: Wenn ihr abenteuerlustig seid, könnt ihr hier euren Lieblingsfisch aussuchen und kaufen und dann am Stand in einer der Ecken („El Carbon“) für wenige Euro frisch kochen lassen.

Wochentags und samstags ist der Mercado Central bis 15.30 Uhr geöffnet. Und natürlich ist der Eintritt frei.

Der Zentralmarkt von außen lässt erahnen, was innen vor sich geht

Der Zentralmarkt von außen lässt erahnen, was innen vor sich geht.

Direkt daneben findet ihr den hübschen kleinen Plaza de las Flores, wo ein paar Büdchen kunterbunte Blumen direkt vor dem alten Hauptpostgebäude feilbieten. In den Straßen rund um diesen Platz findet ihr viele kleine Lokale und Restaurants – er gilt als schlagendes Herz der Stadt! Perfekt also für ein erfrischendes Getränk und ein paar Tapas.

Tipp: Wir empfehlen, auf jeden Fall etwas mit Fisch zu probieren, am besten den superleckeren Bacalao!

Blumenmarkt mit Hauptpost und einer Statue

Blumenmarkt mit Hauptpost und einer Statue.

5. Castillo de San Sebastián

Da das Wetter so schön war, als wir Cádiz besuchten, konnten wir nicht widerstehen und auch noch einen Blick auf das vorgelagerte Castillo de San Sebastián werfen. Warum auch nicht? Der Besuch ist kostenlos, und der Weg entlang des Wassers und dann über die Landbrücke ist herrlich salzig-erfrischend.

Hier zeigt sich auch gut, warum Cádiz in einem Bereich liegt, der im Volksmund die Costa de la Luz, also die Küste des Lichts, genannt wird. Das Licht scheint hier nämlich eine ganz besondere Qualität zu haben. Das Blau, mit dem uns hier das Meer begrüßt, ist einfach fantastisch, findet ihr nicht auch?

Das Blau, das Blau, das herrliche Blau

Das Blau, das Blau, das herrliche Blau.

Viel ist zwar nicht mehr von dem Fort übrig, aber der Spaziergang dorthin ist trotzdem angenehm und erfrischend. Es wurde gebaut, um den nördlichen Teil der Stadt vor Angriffen von See zu beschützen. Man kann noch ein paar der Verteidigungsanlagen sehen, gerade noch genug, um die kindliche Fantasie zu beflügeln.

Am Ende angekommen habt ihr einen tollen Ausblick auf die Stadt und die Bucht, und auf dem Rückweg könnt ihr noch mal am Playa de la Caleta die Zehen in den Sand stecken und euch von eurem anstrengenden und aufregenden Ausflug nach Cádiz erholen!

Auf dem Weg zum Castilla San Sebastián

Auf dem Weg zum Castilla San Sebastián.

Zurück zum Auto lauft ihr jetzt noch einmal quer durch die Stadt für ca. 20 Minuten. Wenn ihr also bis dahin immer noch widerstanden habt und nirgendwo eingekehrt seid, dann ist genau jetzt der richtige Augenblick.

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AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat. Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa. Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

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