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Mit der Skyrail über den Regenwald schweben

Australien: Mit Skyrail über den Wipfeln von Regenwaldriesen schweben

  |   Australien, Fernreisen mit Kindern   |   No comment

Der Regenwald von Cairns – ein unendliches Meer aus Grün, an guten Tagen duftend und dampfend und voller Abenteuer. Gerade die Wälder hoch im Norden Australiens waren berühmt dafür, wie alt und ursprünglich sie noch waren. Allein deshalb schon sollten sie bei einem Queensland-Besuch auf jeden Fall mit auf dem Programm stehen.

Man kann die Regenwälder rund um Cairns auf verschiedene Arten erkunden. Wir entschieden uns für eine Fahrt mit der Skyrail und wurden freundlicherweise vom Betreiber eingeladen, diese beliebte Attraktion mit der Familie zu testen. Das war aus folgenden Gründen super:

1) Skyrail war eine Gondelbahn, die quer durch den Queenslander Regenwald führte. Von den Kabinen aus hatte man einen tollen Blick von oben auf diese unberührte Landschaft.

2) Skyrail war äußerst familienfreundlich und funktionierte bei Jung und Alt. Kinder im Besonderen würden die Attraktion lieben, und auch die Mitnahme von kleinen Kinderwagen in die Gondel stellte kein Problem dar, selbst an den Stationen, an denen man unterwegs ausstieg.

3) Skyrail war eine angenehme Option, um eine beliebte Ortschaft in der Region rund um Cairns zu besuchen: Das Örtchen Kuranda. So konnte man bequem gleich zwei lokale Attraktionen bequem miteinander verbinden.

Was uns zu Beginn gar nicht so klar gewesen war: Skyrail war mehr als nur ein Verkehrsmittel, um von A nach B zu kommen. Vielmehr bot die Fahrt ein paar sehr romantische Ausblicke auf den dichten tropischen Urwald rund um Cairns. Zudem lernte man unterwegs auch noch recht viel, nicht nur über die Pflanzen und Tiere, sondern auch über die Erschließung der Region.

Die Mini Globetrotter hatten mächtig Spaß und grüßten alle vorbeikommenden Gondeln

Die Mini Globetrotter hatten mächtig Spaß und grüßten alle vorbeikommenden Gondeln

Infos zur Ticketbuchung

Am besten bucht ihr eure Tickets für die Fahrt vor. Das geschieht auf der offiziellen Webseite, wo ihr eure Gondel und die bevorzugte Abfahrtzeit auswählen könnt. Man kann zwar höchstwahrscheinlich auch spontan aufkreuzen und sich dann vor Ort mit Tickets eindecken, aber dann muss man eventuell einige Zeit in der Schlange stehen und auf eine freie Gondel warten. Außerdem spart man 5%, wenn man seine Eintrittskarten vorher online bestellt, und das ist bei den hohen Eintrittspreisen immer gern gesehen.

Man hat die Wahl zwischen einer einfachen Fahrt oder einem Hin- und Rückfahrtticket. Wenn man nur die einfache Fahrt bucht, startet man in Smithfield vor den Toren von Cairns und fährt mit der Skyrail die 7,5 Kilometer bis Kuranda. Dann hat man aber das Problem, dass man ja nicht mehr aus Kuranda wegkommt.

Deshalb solltet ihr auf jeden Fall Rückfahrttickets mitbuchen, oder noch viel besser: Ihr bucht als Rückfahrt eine Fahrt mit der Kuranda Scenic Railway, die von der gleichen Firma betrieben wird. So habt ihr jede Menge Abwechslung an einem Tag.

Wir haben die historische Eisenbahn von Kuranda nach Cairns nicht getestet, würden dies aber das nächste Mal genau so machen.

Der Einstieg ist spielend leicht und kann auch mit Kinderwagen gemeistert werden

Der Einstieg war spielend leicht und könnte auch mit Kinderwagen gemeistert werden

Die Fahrt in der Skyrail-Gondel

Mit der Skyrail zu fahren war natürlich auch auf der Hin- und Rückstrecke ein tolles Erlebnis, und zwar so schön, dass man auch getrost ganz einfach über die Seilbahn wieder zurückkommen konnte, ohne dass einem dabei langweilig wurde.

Sobald man in die Sechs-Sitzer-Gondel eingestiegen war, wurde man bis zum ersten Gipfel hochgezogen und sogleich mit herrlichen Ausblicken über die Küste von Palm Cove bis Cairns überrascht. Aber damit hatte der Spaß natürlich gerade erst angefangen.

Nur wenige Augenblicke später tauchten wir ein in die spektakuläre Landschaft des Queenslander Regenwalds. Eine ganze Reihe von Baumarten suchte uns Aufmerksamkeit, von Nadelbäumen zu Palmen, von Gummibäumen zu Farnbäumen. Unsere Perspektive mit dem Blick von oben war dabei neu und ungewöhnlich, die Einblicke schon beinah intim.

Unterschiedliche Bäume werden so ganz deutlich sichtbar

Unterschiedliche Bäume wurden so ganz deutlich sichtbar

Die Regenwälder Queenslands von oben

Strahlend blaue Odysseusfalter tanzten über den Baumwipfeln. Tropische Nestfarne, die üblicherweise in den Kronen von Bäumen ihr Zuhause fanden, waren für uns nun klar sichtbar. Vogelnester und andere Konstrukte von Tieren, eigentlich ein Geheimnis des Regenwalds, waren für uns zugänglich gemacht worden.

Der Regenwald schimmerte in den verschiedensten Grüntönen; die Blätter waren mal wachsartig, mal weich, mal spitz und nadelartig, mal rund. Vorbei glitten wir an einer hohen Felswand, über und über bewachsen mit Grünzeug. In Hintergrund zwitscherten Tausende Vogelstimmen.

Mit einem Klacken und einer Vibration fuhren wir am ersten Stützpfeiler vorbei, die einzige Erinnerung daran, dass wir eigentlich an einem Seil hingen und nicht durch die Lüfte schwebten. Je weiter wir fuhren, desto mehr veränderte sich die Fauna unter unseren Füßen. Ganz deutlich konnten wir erkennen, wie der menschliche Einfluss auf die Natur nachließ und sich der ursprüngliche Bewuchs wieder breit machte. Unkraut und Dreck, Zerstörung von Menschenhand entlang der Straßen und rund um die Häuser, all dies verschwand langsam aber sicher und machte Platz für den echten Urwald.

Doch hier war das Erstaunliche: Hoch oben in der Skyrail fühlten wir uns nicht als Eindringlinge in diese unberührte Landschaft. Wir waren seltsamerweise beides: fern und doch unglaublich nah.

Für einen Aufpreis gibt es dieses Freiluft-Erlebnis

Für einen Aufpreis gab es dieses Freiluft-Erlebnis

Erste Station: Red Peak Station

Unser erster Halt war Red Peak Station. Alle Gäste mussten hier aussteigen, denn hier fand ein Gondelwechsel statt. Aber es war natürlich auch eine willkommene Gelegenheit, um den Regenwald einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Dazu musste man nur dem kurzen Rundweg quer durch den Wald folgen.

Da die Kinder wie immer ziemlich ungeduldig waren, verzichteten wir auf eine geführte Tour, die aber ansonsten im Preis mit inbegriffen gewesen wäre. Stattdessen wurden wir selbst zu Entdeckern. Schon schnell wurde klar, dass unsere Perspektive hier unten am Fuße der Urwaldriesen eine völlig neue war.

So nah kommt man normalerweise nicht an unberührten Regenwald

So nah kam man normalerweise nicht an unberührten Regenwald

Unter dem dichten Laub der Baumwipfel wurde Licht zu einem kostbaren Gut. Hier im Schatten sahen wir auf einmal ganz neue Pflanzen, die ihr Schattendasein unterhalb der Urwaldriesen zu bevorzugen schienen. Andere Pflanzen schossen in Rekordgeschwindigkeit in die Höhe, um die Baumkronen der Konkurrenten zu durchbrechen und an das begehrte Sonnenlicht zu gelangen. Kauri-Bäume, echte Riesen unter den Urwaldbäumen, waren hier genauso vertreten wie niedere Pflanzenarten wie Moose, Flechten und Farne.

Am Ende des kurzen Weges bezauberte uns ein toller Ausblick über den Regenwald, geschmückt mit dem wandelbaren Schatten der Wolken, die langsam am Firmament dahin zogen.

Erkundungsgang an der ersten Station

Erkundungsgang an der ersten Station

Nächste Station: Barren Falls

An der nächsten Station war der Ausstieg optional, aber wir können euch nur raten, hier auf jeden Fall ebenfalls die Gondel zu verlassen. Denn der Ausblick auf die Barron Falls war wirklich atemberaubend schön.

Die Felsen, die hier die Unterlage für den stufenförmigen Wasserfall boten, schillerten in den unglaublichsten Farben, und das natürlich mit der Kulisse des herrlichen Queenslander Urwaldes. Es war schwer herauszufinden, warum die Steine an diese Stelle diese Farbe hatten, aber sie erinnerten uns an die Spitzen von Bleistiften. Deshalb tippten wir mal auf Graphit als Hauptbestandteil der Felsen. So etwas Schönes hatten wir jedenfalls noch nie gesehen.

Die Barron Falls in der Trockenzeit

Die Barron Falls in der Trockenzeit

Natürlich waren den Aborigines diese schillernden Steine auch aufgefallen, und deshalb gab es hierzu auch eine Geschichte. Die Din Din, so hießen die Barron Falls in der Sprache der Ureinwohner, spielten eine große Rolle in der Geschichte der Regenbogenschlange. Das war es ja auch kein Wunder, denn in der Regenzeit schwoll der Strom mächtig an und bot die perfekten Bedingungen für traumhafte Regenbögen direkt am Boden.

An dem Tag, an dem wir Barron Falls sahen, gab es leider kein solches Naturschauspiel. Aber wenn ihr euch gefragt habt, ob es überhaupt Sinn macht, an einem regnerischen Tag mit der Skyrail zu fahren, hier war eure Antwort.

Die Felsen schimmern wie Graphit

Die Felsen schimmerten wie Graphit

Ankunft im Hippie-Ort Kuranda

Nach weiteren zehn Minuten Fahrt mit der Skyrail waren wir mit den Kindern in Kuranda angekommen, dem Hippie-Ort mitten im Regenwald im Cairns Hinterland. Wie bereits gesagt, war Kuranda ein lohnenswertes Ausflugsziel, perfekt für ein gemütliches Mittagessen oder für den Besuch weiterer Regenwald-Attraktionen. Zudem fanden wir in Kuranda eine ganze Reihe von Kunstgalerien, Künstlerstudios und Märkten.

Kuranda war einer dieser Orte, die praktisch eine magische Anziehungskraft auf Leute hatten, die Ruhe und Abgeschiedenheit suchten, um ihr kreatives Potential voll zu entfalten.

In Kuranda leben viele Aussteiger, Künstler und Hippies

In Kuranda lebten viele Aussteiger, Künstler und Hippies

Unser Fazit? Wir hatten einen fantastischen Tag dank Skyrail. Was wir am Anfang gar nicht richtig realisiert hatten, war, dass die Fahrt mit der Skyrail mehr war als nur eine Gondelfahrt mit der Seilbahn. An den beiden Stationen unterwegs erhielt man zum Beispiel erstklassige Einblicke in das komplexe Ökosystem des Regenwalds.

Die Kinder liebten die Fahrt natürlich auch. Jede vorbeiziehende Gondel wurde mit Winken begrüßt, und es gab immer etwas Interessantes zu sehen. Insgesamt also ein abgerundetes, unterhaltsames und lehrreiches Stück Australien für die ganze Familie.

Für weitere Infos: Skyrail Cairns

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AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat. Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa. Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

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