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Die Mini Globetrotter

8 Lehren aus unserem Roadtrip mit Kindern

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Letzten Sommer starteten wir einen großen Roadtrip mit den Kindern von unserer Basis in Südspanien aus. Wir hatten keine festen Pläne, nur eine ungefähre Route. Ein paar Punkte entlang der Strecke, die wir lose miteinander verbanden. Wir hatten Zeit und fühlten uns frei. Wir wollten uns treiben lassen und den Moment genießen.

Das ist uns auch größtenteils gelungen. Drei Wochen lang waren wir so mit den Kindern auf der Straße unterwegs, einmal ganz um die Iberische Halbinsel herum. Unter anderem waren wir an der Algarve, in Lissabon, in Santiago de Compostela, in Südfrankreich und in Girona. Viele Berichte darüber findet ihr jetzt schon auf dem Blog.

Aber ein paar Dinge waren schwieriger als erwartet. Im Folgenden also das, was wir bei unserer Rundfahrt mit den Kindern gelernt habe. Ich denke, dass der ein oder andere von unseren Erfahrungen profitieren wird.

1. Unterkünfte möglichst weit im Voraus buchen

Die Kinder genießen den Sonnenuntergang in Sagres

Die Kinder genießen den Sonnenuntergang in Sagres, Algarve

Da wir uns zeitlich nicht festlegen wollten, haben wir immer nur die jeweils nächste Unterkunft gebucht. An der Algarve fingen wir also zum ersten Mal an, uns nach Unterkünften in Lissabon umzuschauen, usw. Wir dachten uns, dass uns dies mehr Freiheiten in der Planung geben würde.

Wenn man nur zu zweit unterwegs ist, ergab das auch durchaus Sinn. Aber wenn man mit einer ganzen Familie reist, lohnt sich ein wenig Vorausplanung bei der Hotelbuchung dann doch. Denn man benötigt ganz spezielle Unterkünfte: größer, vielleicht für die Selbstverpflegung ausgestattet, im guten Preis-Leistungs-Verhältnis, zentral. Und hier stießen wir dann gleich in Lissabon an unsere Grenzen. Unsere einzige Option würde mit Abstand die teuerste Unterkunft auf unserer dreiwöchigen Rundfahrt sein. Das schlug einen ganz schönen Zacken in unser Urlaubsbudget.

Tipp: Mit Online-Unterkunftsseiten wie Booking.com oder Airbnb schon vor Antritt der Reise geeignete Unterkünfte heraussuchen. Möglichst so buchen, dass man noch 24 Stunden vor Anreise kostenfrei stornieren oder umbuchen kann, sollte man unterwegs doch an einem Ort länger verweilen wollen. Das gibt euch die nötige Flexibilität, spart Geld und raubt euch nicht den letzten Nerv auf der Reise, wenn alle sinnvollen Optionen für den nächsten Tag bereits ausgebucht sind.

2. Lage sorgfältig auswählen

Die historische Tram in Lissabon

Wenn man mit Kindern reist, macht es wenig Sinn, eine preiswertere Unterkunft fernab der Attraktionen einer teureren Attraktion mitten im Zentrum vorzuziehen. Mit Kindern will man gleich was erleben, sobald man vor die Tür geht. In Lissabon hatten wir, wie gesagt, wenig Auswahl und waren auf eine Randlage festgelegt. Zum Glück konnten wir uns aber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln behelfen. Ihr wollt auch natürlich schauen, dass ihr in der Umgebung wichtige Einrichtungen wie Supermärkte und Restaurants findet. Außerdem sollte das Viertel, in dem ihr unterkommt, sicher sein. Auch auf mögliche Lärmquellen vor allem in Innenstadtlage sollte man achten.

Bedenkt, dass bei Innenstadtlage Parkplätze oft ein Problem darstellen.

Tipp: Klärt noch vor der Anreise, wo ihr wie euer Auto abstellen könnt, und was die Kosten sind.

3. Kinderfreundliche Restaurants rechtzeitig suchen

Kulinarische Genüsse dieser Art sind an unseren Kindern leider verschwendet

Ja, das Essen ist bei uns immer wieder ein Riesenstressfaktor, leider. Und auf Reisen verzehnfacht sich das Problem dann nochmals, weil man sich ja naturgemäß nicht gut auskennt. Unser Großer mag nämlich keine Kartoffelprodukte (Pommes, Salzkartoffeln, Stampfkartoffeln, usw.), nichts Frittiertes, nichts Paniertes, nichts Gegrilltes außer Wurst, keinen Fisch außer Lachs-Sushi, keine Salate, keinen geschmolzenen Käse, kein Gemüse … Ihr könnt es euch sicher vorstellen.

Ein Problem für uns besonders in Santiago de Compostela, wo man so stolz auf seine einheimische Küche ist. Die ganze Stadt hatte nur eine Pizzeria, und die war an Tag zwei geschlossen. Das fanden wir heraus, nachdem wir eine Stunde lang vergeblich im Kreis gelaufen waren. Auch in Lissabon mussten wir erst ein Sushi-Restaurant finden, damit das Kind versorgt war. In Sintra war es ein Inder, der uns aushelfen konnte. In Gijon wurden wir hingegen vom Inder schwer enttäuscht, denn wer erwartet schon erstklassige Currys in der spanischen Provinz.

Was ich damit sagen will: Macht eure Hausaufgaben, bevor es losgeht. Und habt eine Mahlzeit für Zuhause in petto, sollten alle Ausgehoptionen fehlschlagen.

Tipp: Wir nutzen TripAdvisor, um gute Restaurants in der Umgebung ausfindig zu machen, aber es gibt natürlich noch diverse andere Seiten, die man konsultieren kann.

4. Ans Wäschewaschen denken

San Juan de Gaztelugatxe

Was mich total erstaunt hat, war, dass wir unglaubliche Wäscheberge als vierköpfige Familie ansammelten, besonders natürlich, da wir im Sommer unterwegs waren. Natürlich hatte ich vorgesorgt und ausreichend Waschpulver mitgebracht. Trotzdem wurde das Waschen eine Herausforderung. Mal waren weder Wäscheleine noch Trockner vorhanden, dann gab es wieder gar keine Waschmaschine. Oder man war nicht lange genug an einem Ort, um alles genügend zu trocknen vor der Weiterfahrt.

Wir mussten teilweise spezifisch Unterkünfte auswählen, die eine Waschmaschine hatten, eben weil wie die drei Nächte davor nicht waschen konnten. Natürlich kann man immer auf Waschsalons ausweichen oder auch mal die Hotelwäscherei nutzen, aber das ist entweder nicht praktisch oder es kostet entscheidend mehr.

Tipp: Auf Unterkünfte mit Wasch- und Trocknermöglichkeiten wert legen.

5. Vorher klären: Was ist im Preis inbegriffen?

Bei der Unterkunftsbuchung müsst ihr genau schauen, was eigentlich im Preis inbegriffen ist, oder was die zu erwartenden Extrakosten sind.

In vielen City-Apartments, in denen wir untergekommen sind, waren Parkplätze nicht inbegriffen. W-Lan war auch teilweise überhaupt nicht vorhanden. In Frankreich mussten wir Bettwäsche mieten und alle Betten selbst beziehen. Auch die Endreinigung war nicht Teil des Mietpreises. Frühstück ist sowieso meist nicht Teil der Unterkunft und kann, wenn man direkt im Haus essen will, sehr teuer werden.

Was wir auch recht anstrengend fanden, war, dass die Innercity-Apartments meist nur ein externer Anhang zu einem Hotel waren, dieses sich aber mindestens 10 Gehminuten entfernt befand. Das hieß, stressige Anfahrt irgendwo in den alten Stadtkern, Parkplatzsuche, Einchecken im Hotel, Weiterfahrt zum Apartment, wieder Parkplatzsuche, keine Hilfestellung vor Ort.

Das kann man mal so machen, aber nach dem dritten Mal wir’s alt.

Tipp: Unterkünfte mit Parkplatz im oder am Haus auswählen.

6. Tablet oder nicht?

Die Kinder üben sich im Fotografieren und Selfies-Machen

Die Kinder üben sich im Fotografieren und Selfies-Machen

Ich bin furchtbar stolz auf uns als Familie, dass wir uns dagegen entschieden haben, keine Elektronik mit auf die Reise zu nehmen. Bei ca. 3,000 Kilometern auf der Straße ist das schon eine gehörige Leistung bei unseren tabletsüchtigen Kindern. Wir haben das mit den beiden auch zuvor besprochen und sie mussten unsere Entscheidung zähneknirschend akzeptieren. Dafür bekamen sie von uns neue Kameras, Schreib- und Malutensilien geschenkt, von denen sie auch begeistert Gebrauch gemacht haben.

Der Grund dafür war natürlich folgender: Wir wollten, dass die Kinder beim Autofahren auch aus dem Fenster schauen. Wir wollten keine Zombies rumkutschieren, die nur von einer iPad-Session zur nächsten dahinvegetierten. Und, was hat es uns gebracht? Tolle Erinnerungen und überhaupt keinen Streit! Hätten wir die Dinger mitgenommen, wäre der Streit vorprogrammiert gewesen, denn natürlich halten sich die Kinder nur selten an Vorgaben. Es wäre Frust aufgekommen wegen fehlenden Internetverbindungen, und sie hätten gar nichts von ihrer Umwelt wahrgenommen. Stattdessen haben sie Tagebuch geführt, Fotos gemacht, Geschichten erfunden, Bilder gemalt, Rätsel gelöst und neue Sprachen erfunden. Klasse!

Tipp: Auf Rundfahrten mit Kindern mal die Elektronik zuhause lassen und Alternativen anbieten. Auf eine gemeinsame Familienzeit hinarbeiten und wieder in die Kinder investieren.

7. Fahrverhältnisse schon vor Anreise klären

Es gilt, mit den Kindern die vielen verspielten Details zu erkunden.

Andere Länder, andere Sitten. Bevor man überhaupt ins Auto steigt, sollte man schon mal klären, ob man alles über die Route weiß. In Portugal zum Beispiel gibt es ein kontaktloses Mautsystem für die Autobahn. Nach Überqueren der Grenze muss man in einen Unterstand fahren, wo das Nummernschild fotografiert wird. Dann gibt man seine Kreditkarte ein, und alle Kosten werden nach Ausreise entsprechend von der Kreditkarte abgebucht.

Natürlich haben wir nicht immer so Vorausschauend geplant: In Lissabon mussten wir über den Tejo fahren und kamen mit dem Mautsystem der Brücke überhaupt nicht klar. Dort wird komplett ohne Wörter und Erklärungen gearbeitet, und man muss anhand der Symbole selbst erraten, welche Spur die richtige ist. Ich weiß bis heute nicht, ob wir da alles richtig gemacht haben.

Auch sollte man sich innerstädtische Fahrtstrecken anschauen, damit man weiß, wo man parken kann und wie groß die Entfernungen am Zielort sind.

Tipp: Die Routenplanung beinhaltet nicht nur das Abstecken der Strecke, sondern per Google Maps und Google selbst sollte man genau abklären, was auf einem bei der Fahrt zukommt.

8. Nicht zu viel in den Kofferraum packen

Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, ist man versucht, viel zu packen, damit man es möglichst bequem hat. Bei einem Roadtrip durch Städte ist es dann aber leider so, dass man all diese Gepäckstücke bei Ankunft auch wieder aus dem Auto herausholen muss. Man könnte natürlich nur das mitnehmen, was man im entsprechenden Zielort benötigt, und den Rest im Auto lassen, aber man will Diebe ja auch nicht zu sehr anlocken.

Viele unserer Unterkünfte hatten keinen direkten Parkplatz neben dem Apartment. Das bedeutete mehrere Schleppgänge mit Gepäck über große innerstädtische Kreuzungen, und das alle zwei, drei Tage. Man nimmt ja nicht nur Kleidung mit, sondern auch Spielsachen, Frühstückssachen, Getränke, Kamera und Computer, Picknickausrüstung usw.

Tipp: Bei unserem nächsten Trip würde ich die Mengen ganz sicherlich verkleinern und ökonomischer vorgehen. Auch würde ich mehr Gepäckstücke nutzen, die mit Rollen daherkommen.

Das sind unsere größten Lehren, die wir aus unserem Roadtrip ziehen konnten. Es soll jetzt nicht so klingen, als ob wir unseren Roadtrip nicht genossen hätten. Ganz im Gegenteil! Roadtrips mit Kindern sind immer noch unsere bevorzugte Art zu reisen, eben weil man dabei so viel erleben kann. Wir wissen nur nun auch, wie man es noch besser machen kann. Wenn ihr einen Tipp zu dieser Liste hinzufügen wollt, kommentiert einfach unter diesen Artikel. Wir freuen uns, von euch zu hören!

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AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat. Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa. Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

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