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Überflugbild Sydney

10 Unterschiede zwischen Australien und Andalusien

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Und, wie gefällt es euch in Andalusien? Diese Frage hören wir immer häufiger.

Gut, ist die Antwort. Es ist ja im Leben nicht immer alles eitel Sonnenschein, aber im Großen und Ganzen hängt die Waagschale auf der Spanienseite tiefer als auf der Australienseite.

Dazu kann ich euch 10 Beispiele nennen, die euch verdeutlichen werden, was wir in Spanien dazu gewonnen haben und was uns jetzt ein wenig fehlt. Zwar seid ihr wahrscheinlich nicht in der gleichen Situation wie wir (Umzug nach Spanien nach 13 Jahren in Australien), aber es zeigt euch ein paar Eigenheiten in beiden Ländern auf, solltet ihr mit dem Gedanken spielen, in eines der beiden auszuwandern.

Heiße Sommer

Sevilla im Sommer

Sevilla im Sommer. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme waren es mal locker 37 Grad und es war ca. 18 Uhr abends.

Jetzt fragt ihr euch schon wahrscheinlich, welches Land ich damit meine. Eindeutig Spanien! Sydney ist zwar auch wirklich sehr warm, bis zu 40 Grad manchmal mehrere Tage hintereinander, aber das Klima ist ein anderes. In Sydney sind die Sommer ziemlich feucht, und was das bedeutet, habe ich jetzt erst so richtig verstanden.

In unseren 5 Sommermonaten in Andalusien hatten wir fast keinen Tropfen Regen. Alles wurde furztrocken und staubig und gelb. Unser Auto sah immer aus wie geküsst. Selbst unverwüstliche Topfpflanzen gingen bei uns ein. Die Nächte waren unerträglich heiß.

In Sydney dagegen prallen oft richtig heftige Wetterfronten aufeinander, die sich in schweren Gewittern und Starkregen entladen. Hagelschauer wie Golfbälle, entwurzelte Bäume, Stromausfälle, Überschwemmungen – keine Seltenheit. Oftmals kam das Gewitter am Nachmittag, nämlich dann, wenn die Kinder aus der Schule kamen, und Gewitter können in Sydney wirklich extrem bedrohlich erscheinen. Dafür kühlte es sich am Abend meist wieder genug ab, dass man auch schlafen konnte.

Weniger Kakerlaken

Na, welches Land meine ich? Spanien natürlich! Seit wir hier wohnen, hatten wir höchstens drei Kakerlaken im Haus. Das ist neuer Negativ-Rekord. In Sydney, da weiß man nie, was einen erwartet, wenn man irgendwo im Haus das Licht anknipst. Und hässlich und groß sind die Viecher auch noch. Ich habe immer zu unseren Freunden in Deutschland gesagt, fürchtet euch nicht vor den Spinnen in Australien. Es sind die Kakerlaken, die euch hier aufstoßen werden.

Küchen mussten immer piekobello sauber sein, denn Kakerlaken lieben Krümel. Türen und Fenster musste man bei Dämmerung schließen. Ecken und Schwellen sprühten wir regelmäßig ein. Trotzdem waren die Tiere besonders im Sommer allgegenwärtig. Das lag zum einen an der Feuchtigkeit, zum anderen daran, dass Häuser in Australien sehr mangelhaft gebaut sind und viele Schlupflöcher für Käfer und Spinnen aller Art bieten.

Ameisen hatten wir jetzt an beiden Orten, da hilft nur Gift, kleine Tricks wie das Aufbewahren von Zahnpasta in einem Töpfchen umspült von Wasser, und Reinlichkeit.

Was uns in Spanien aber mehr störte diesen Sommer, waren die vielen Mücken. Da wir viel Gartenflächen um uns herum haben, sind wir umgeben von Mückenhochburgen. Am liebsten hätten wir unter einem Netz geschlafen so wie in tropischen Ländern, aber das können wir in unserem gemieteten Haus nicht anbringen. Abends draußen zu sitzen, war zeitweise wegen der Plagegeister kaum möglich. In Sydney gibt es zwar auch Mücken, aber wenn man sich in der Stadt oder in einem Vorort aufhält, hält sich deren Menge in Grenzen.

Kreisverkehre

Morgendliche Rush-Hour über die Harbour Bridge in Sydney

Morgendliche Rush-Hour über die Harbour Bridge in Sydney.

Unser Ort Fuengirola kommt fast völlig ohne Ampelkreuzungen aus. Das ist einfach super. Fast alles wird hier durch Kreisverkehre geregelt. Zwar sind diese teilweise zu eng, so dass die reinführenden zwei Spuren innerhalb des Kreises gefährlich miteinander verschmelzen. Aber es gibt auch kaum Wartezeiten für Autofahrer und man kommt trotz geringer Spitzengeschwindigkeit im Ortskern gut herum.

Für Fußgänger gibt es unzählige Zebrastreifen statt Ampeln, an denen die Autofahrer auch tatsächlich stoppen. So kommt man auch als Fußgänger schnell rum, was das schnelle Erledigen von Dingen zu Fuß enorm erleichtert. Wir sind gern in Fuengirola zu Fuß unterwegs.

Welch ein Unterschied da zu Sydney, einer der fußgängerunfreundlichsten Städte, die ich kenne. Natürlich will man die meisten Distanzen sowieso nicht zu Fuß erledigen, denn es ist heiß und hügelig. Aber dann auch noch an diversen Ampeln zu stehen, fast überfahren zu werden, den Lärm der schnell fahrenden Auto und Busse mitzukriegen… kein Wunder, dass in Sydney alle mit dem Auto fahren. Noch dazu ist Sydney natürlich auch eine weitaus größere Stadt und wir haben dort ganz andere Distanzen.

Online & Papier

Hier schneidet Australien eindeutig besser ab. Wenn eine Webseite ein Online-Formular hat, dann kann man auch davon ausgehen, dass irgendjemand am anderen Ende die Nachricht liest und beantwortet. Wenn auf Google Maps ein Business eingetragen ist, dann kann man davon ausgehen, dass in Sydney die Angaben zu den Öffnungszeiten stimmen und dass das Geschäft auch tatsächlich noch existiert. Auch findet man die Straßen auf Google Maps und läuft nicht endlos im Kreis.

Die Spanier lieben ihr Papier, und vieles wird noch richtig old school gemacht. In vierfacher Ausführung. Banken, Versicherungen, Amtliches… Das ist momentan für uns ein ziemlicher Rückschritt, aber man gewöhnt sich dran.

Einkaufen mit Münzen

Australisches Geld

Ich weiß noch, wie ich das erste Mal in Berlin einen australischen Geldschein in der Hand hielt. Der Cowboy erschien mir die Freiheit pur. Übrigens sind australische Banknoten aus Plastik.

In Australien gibt es keine Münzwerte unter 5 Cents. Wenn etwas zum Beispiel $1,99 kostet, dann wird aufgerundet. Und bei anderen Preisen eben wieder abgerundet. Das macht das Einkaufen mit Münzen recht schnell und unkompliziert. Am Anfang wussten wir das natürlich noch nicht und haben immer gedacht, die wollten uns an der Kasse verarschen.

Der Euro kommt aber auch in kleineren Münzen daher, und generell wird in Spanien weitaus mehr noch in bar bezahlt. In Sydney ging fast alles über Karte, meist kontaktlos. Zack, bezahlt und raus. In Spanien stehen wird immer mit einem unterdrückten Seufzer hinter der Person an der Schlange, die bis auf den Cent genau ihr Geld in der Hand abzählt. Wir bewundern die Geduld der Kaiserinnen an der Supermarktkasse.

Berufliche Möglichkeiten

Seid wir in Spanien sind, tun sich immer mehr tolle Möglichkeiten für uns auf. Die Nähe zu Deutschland wirkt sich auch beruflich aus. Nur da wir ja hierher gezogen sind, habe ich überhaupt erwogen, einen deutschsprachigen Blog aufzumachen. Und wenn man sich so ein Portfolio aufbaut, denn wird man auch gefunden. Und so haben schon so einige interessante Unternehmen an meine Tür geklopft und mir Projekte und Kooperationen angeboten. Das wäre in Australien so nicht passiert. Noch kann ich nicht viel verraten, aber in einigen Wochen kann ich mehr dazu sagen, was hier hinter den Kulissen so passiert ist.

Entfernungen

Wir lieben es, dass die Entfernungen nun endlich wieder passabel und moderat sind. In Sydney war immer alles irgendwie zu weit weg. Der Trip zur Arbeit im Bus: alles zwischen 40 und 70 Minuten. Die Fahrt zum Einkaufen: mindestens 20 Minuten. Die Fahrt in die Stadt: 50-60 Minuten. Freunde mit dem Bus besuchen: 2 Stunden. Flughafen und Ikea: 60 Minuten Fahrt. Man verbringt in dieser Stadt viel Zeit im Auto.

Hier in Spanien haben wir uns natürlich unseren neuen Standort wohlweislich so ausgesucht, dass wir eben nicht so weit fahren müssen. Málaga und der Flughafen sind nur 20 Minuten mit dem Auto entfernt, 40 Minuten mit der Bahn. Will man in eine andere Stadt oder aufs Land, ist man in höchstens einer halben Stunde da. Einkaufen können wir zu Fuß oder mit dem Auto, maximal 5-10 Minuten Fahrt. Zum Strand sind es zu Fuß nur 10 Minuten.

Essen & Preise

Kleine Häppchen in Spanien

Kleine Häppchen sind in Spanien nicht selten. Diesen Teller hier bekamen wir zum Beispiel ungefragt als Vorspeise zu einer vollen Mahlzeit dazu. Brot, Tortilla und Chorizo.

Ja, auch hier kann Spanien total punkten. Da wir mittags nicht viel Hunger haben und die Kinder ja in der Schule sind, gehen wir oft raus für ein paar Tapas. Kleine Häppchen für wenig Geld. Oft kostet ein Schälchen nur einen Euro. Dazu eine Cola, noch ein Euro, und mit maximal 7 Euro bekommen wir uns beide spielend leicht satt. Der Trick ist, nicht in die Touristencafés zu gehen, sondern sich in den Restaurants und Bars umzuschauen, die in den Wohngebieten der Spanier sind. Da gibt es dann nicht nur die Standardgerichte, sondern die Köche werden sogar richtig kreativ.

In Australian dagegen ist im Laufe der Zeit das Essen und Trinken gehen immer teurer geworden. Ein Bier kostet ja schon mal $7, also um die 5 Euro. Und kleine Häppchen gibt es auch nicht, höchstens schnell produziertes Fast Food für mindestens $8 die Schale. Das schmeckt dann auch nicht mehr irgendwann, denn die Qualität geht bei den geringen Preisen auch flöten.

Doch was wir in Spanien vermissen, ist das fabelhafte asiatische Essen, wie wir es aus Australien kennen. Die Spanier sind doch noch ziemlich traditionell und bieten meist nur spanisches Essen an. Pizza und Pasta sind Glückssache, Kebab ebenso, Sushi weitaus teurer.

Uhrzeiten

Die Spanier leben erst am Abend richtig auf, besonders im Sommer. Daran mussten wir uns erstmal gewöhnen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man hier erst um 22 Uhr zu Abend isst, dann die Kinder erst um Mitternacht ins Bett gehen. Das liegt natürlich auch an der großen Tageshitze.

In Sydney hingegen wird um 18 oder 19 Uhr zu Abend gegessen und dann leeren sich die Restaurants auch schon wieder. Lockout-Laws in der Innenstadt, die den Alkoholverkauf ab einer bestimmten Uhrzeit regeln, sorgen noch dazu zu ausgestorbenen Straßen am späten Abend, selbst in der größten Stadt Australiens. In Spanien geht da die Party erst richtig los.

Kaltes Weihnachten

Weihnachten in Australien

Sorry Leute, aber Weihnachtsschmuck in der Sommersonne bringt’s nicht.

Zu guter Letzt, Weihnachten im Winter. Wie schön ist das denn? Ihr werdet jetzt sicherlich sagen, aber Weihnachten am Strand ist doch toll! Nicht mehr frieren! Man kann was draußen unternehmen! Eis essen!

Aber nach 13 Jahren Weihnachten unter der Sonne fehlte mir irgendwie schon die Dunkelheit und die Kälte. Wir haben nun endlich einen Adventskranz, denn Kerzen machen wieder Sinn. Die Schokolade im Adventskalender schmilzt nicht mehr. Die Weihnachtsbäckerei kann angeschmissen werden, ohne dass man sich vor dem Backofen tot schwitzen muss.

Weihnachtsbeleuchtung bekommt einen Sinn. Wir werden zwar hier an der Küste keinen Schnee haben, aber trotzdem genießen wir diese Weihnachtsatmosphäre voll und ganz.

 

Das sind natürlich alles sehr persönliche Eindrücke, und Spanien hat auch einen Neuigkeitsfaktor, der sich irgendwann abnutzen wird. Ist ja aber eigentlich auch schön, dass wir derzeit in Spanien mehr Positives finden als in Australien, denn das bedeutet, dass wir uns momentan am richtigen Ort befinden.

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AUTHOR - miniglobetrotter

Hallo! Wir sind die Mini Globetrotter - eine 4-köpfige Familie, die es sich in Andalusien bequem gemacht hat. Wir glauben ganz fest daran, dass Reisen mit Kindern nicht nur machbar, sondern wichtig ist. Von unserer Basis in Málaga aus erkunden wir die Welt – von Australien über den Südpazifik bis nach Europa. Lasst euch inspirieren und plant euren nächsten Familienurlaub mit uns!

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